Die Führerscheinverlängerung

...oder anders gesagt : ..."einfach mal die Fresse halten" ...oder "Ehrlichkeit wird bestraft" 

...oder "Behördenwillkür" ...oder "deutsche Paragraphenreiterei" ...oder "selber schuld" ...oder ...oder ...oder ...oder ...

 

So….hier eine kleine Erzählung, wie einem der Staat das Leben schwermachen, bzw. überkorrektes  „Bodenpersonal“ mit der Umsetzung der Bürokratie eine Existenz vernichten kann. Viele von Euch Lesern kennen mich persönlich und wissen, dass ich zeitlebens beruflich nichts anderes gemacht habe, als „klimatisiert vorm Bett zu sitzen und aus dem Fenster zu schauen“ also Lkw gefahren bin. Schon im kindlichen Alter von sechs Jahren fasste ich diesen Entschluss. Erste Berührungen mit Lkw’s hatte ich durchs Fernsehen, denn 1977 lief im ersten Programm einmal pro Woche, ich glaube mich zu erinnern, dass das Dienstags  im Vorabendprogramm war, damals strahlte das Fernsehen noch keine täglichen Fortsetzungen aus,  immer die amerikanische Fernfahrerserie „Abenteuer der Landstraße“, bei der Claude Akins als „Sonny Pruitt“ mit seinem Partner Frank Converse als „Will Chandler“ in einem für mich damals riesigen grünen US-Truck der Marke Kenworth auf den Highways Amerikas unterwegs waren und als solches Trio so manches haarsträubende Abenteuer überstanden. Anfang der achtziger Jahre kam dann das deutsche Pendant als „Auf Achse“ ins deutsche Fernsehen, in den ersten Staffeln mit Manfred Krug als „Franz Meersdonk“ und Rüdiger Kirschstein als „Günther Willers“ in den Hauptrollen. Ich habe sie tatsächlich alle gesehen, wirklich jede Folge dieser Serien, das war mein wöchentliches Highlight wenn Dienstags und später dann Donnerstags im Vorabendprogramm eben diese Serien liefen. Schon zwei, drei Tage vorher freute ich mir fast ein Loch in den Bauch und konnte es wirklich kaum erwarten diese 45 Minuten, die natürlich immer zu schnell vergingen, vor dem Fernseher zu verbringen.  Logisch, daß mein Interesse an diesem Beruf geweckt war und stetig wuchs, je älter ich wurde. Spielzeuge, Literatur, irgendwie alles was mit Lastern zu tun hatte, faszinierte mich. Viel Zeit verbrachte ich auch mit meinem Freunden auf einer Brücke über die bei uns am Ort verbeiführende Bundesstraße, um den darunter durchfahrenden Lkw’s und deren Fahrern zuzuwinken. Wir konnten die verschiedenen Marken schon aus weiter Entfernung erkennen und besonders die Marke Mercedes hatte damals schon oft diese Drucklufthörner auf dem Dach, dessen Chrom wir schon von weitem glänzen sahen und bei dem Klang, wenn der Fahrer diese betätigte, zumindest mir ein wohliger Schauer über den Rücken jagte. Ich dürfte damals so 12 oder 13 Jahre alt gewesen sein, sogar mein Fahrrad motzte ich mit Spiegeln, Fähnchen, Wimpeln, Zusatzlampen nach vorne und hinten auf…ich hatte zeitweise drei(!) Dynamos am Fahrrad verbaut um entsprechende Beleuchtung zu haben, auch wenn ich bei eingeschaltetem Licht deutlich strammer in die Pedale treten musste. Irgendwie schon erstaunlich, an welche Sachen und Details man sich nach vierzig Jahren noch problemlos erinnern kann, aber heute nicht mehr weiß, was es gestern zum Mittagessen gab. Für mich war das eine großartige Zeit, die den Rest meines Lebens, auch beruflich prägen sollte.

Ich arbeite mittlerweile seit über 30 Jahren als Kraftfahrer oder auch Lkw-Fahrer, habe ganz klassisch eigentlich als Lagerist bei einer Spedition angefangen aber bereits nach drei Monaten bot sich mir die Möglichkeit, mit einem 7,5-Tonner erstmals „auf Achse“ zu gehen. War damals schon ein tolles Gefühl und irgendwie hatte ich ein gewisses Talent, mit diesen, wenn aus heutiger Sicht auch kleinen Lkw’s  super zurechtzukommen. Da ich ja mit damals 19 noch keine größeren Laster fahren durfte, „schrubbte“ ich mit diesem „Limolaster“ oftmals als Sonderfahrt für die Automobilindustrie mal schnell nach Wolfsburg, Emden oder sonst wo hin, Hauptsache fahren, je weiter und länger, desto besser. Mir hat diese Tätigkeit gefallen und auch wenn nicht immer alles reibungslos lief, haben mir diese Sonderfahrten immer besonderen Spaß gemacht. Irgendwann, ich war dann mittlerweile 21, legte mir mein damaliger Arbeitgeber nahe, den Führerschein der damaligen „Klasse 2“ für die richtig großen Laster zu machen… Nach absolvierten Fahrstunden und letztendlich auch bestandener Fahrprüfung, war ich ehrlichgesagt mächtig stolz, endlich große Lkws fahren zu dürfen… und habe das sog. Vagabundenleben immer genossen, egal ob im nationalen Güterverkehr was ich zum Beginn meiner beruflichen Karriere gemacht habe, als auch europaweiten  internationalen Fernverkehr sowie  im Verteilerverkehr, bei dem ich unter anderem Gefahrgut wie Benzin, Diesel und Heizöl transportierte. Bei meinem letzten Arbeitgeber erprobte ich Prototypen eines namhaften Lkw-Herstellers im Rahmen der Fahrzeugentwicklung. Das war mit Abstand der coolste und auch ruhigste Job, den ich bisher gemacht habe. Anfang des Jahres 2024 wurde uns verbliebenen Fahrern allerdings mitgeteilt, daß der Standort aufgegeben wird und das letzte verbliebene Erprobungsfahrzeug zurück an den Standort München verlegt würde. Nun hatte ich die Möglichkeit, jeden Tag nach München zu fahren um diesen Job weiterzumachen, oder mir etwas anderes als Fahrer zu suchen. Die Entscheidung habe ich mir nicht leicht gemacht, aber letztendlich hat mich die Zeit und das Geld, die ich täglich investieren müsste um nach München und wieder nach Hause zu kommen, davon abgehalten weiterhin für diese Firma tätig zu sein. Wir verbliebenen Fahrer ahnten schon länger, daß der Standort Ingolstadt geschlossen werden würde, und so sprach ich bereits Anfang Januar bei meiner vorherigen Firma vor, in der ich vor meiner Tätigkeit als Testfahrer gearbeitet hatte.

Schon zwei Monate vorher hatte ich einen Minijob in meiner alten Firma, in der ich vor meiner Zeit als Erprobungsfahrer gearbeitet hatte,  als Aushilfe angetreten, als Mann wenn’s mal pressiert, hatte ich dort schon ein paarmal ausgeholfen. Die Örtlichkeit war mir ja bestens vertraut, auch viele meiner damaligen  Kunden, die ich mit Diesel belieferte, kannte ich noch und so war es kein großer Schritt, eben dort nach einer Festanstellung zu fragen, wie sich schnell herausstellte mit positiven Ergebnis, da dort eh ein Fahrer dringend gesucht wurde und ich zudem den Job ja bereits kannte und jahrelang ausgeübt hatte. Damit war ein nahtloser Wechsel der Arbeitsstelle gewährleistet und ich freute mich auf meinen neuen „alten“ Job, den ich trotz teilweiser anstrengender körperlicher Arbeit immer gern gemacht hatte. In meiner bisherigen Firma hatte ich einen ganzen Haufen an Überstunden angesammelt, so daß ich dann ab Bekanntgabe der Standortschließung Mitte Januar erstmal bis zu meiner Beendigung des bisherigen Arbeitsvertrags ohne Probleme sechs Wochen zuhause bleiben konnte.

 

Nun ist es  vom Gesetzgeber vorgeschrieben, unter anderem alle fünf Jahre eine eine fünftägige sogenannte „Qualifikation für Berufskraftfahrer“ auch als Schlüsselzahl 95 bekannt, nachzuweisen. Dieser Nachweis wird ebenfalls zur Verlängerung der Fahrerlaubnis von jedem Kraftfahrer benötigt, der beruflich Fahrzeuge im gewerblichen Güterverkehr bewegt. Dieser Nachweis wird von vielen Fahrschulen, Verkehrsinstituten und unter anderem auch der Dekra angeboten.  Ebenso ist ab dem Erreichen des des fünfzigsten Lebensjahres eine medizinische Untersuchung zur Überprüfung der Fahrtauglichkeit bei der Fahrerlaubnisverlängerung erforderlich.

Wohlwissend daß viele Kraftfahrer diese „auf den letzten Drücker“ machen, begann ich mit der Absolvierung der erforderlichen Qualifikation bereits ein dreiviertel Jahr vorher, nämlich im Juli 2023, so angedacht, daß ich cirka alle sechs Wochen ein sogenanntes, umgangsprachliches  „Modul“ mache. Als Inhaber eines, im Volksmund genannten „Gefahrgutscheins“, der mich berechtigt und befähigt auch gefährliche Stoffe, also Gefahrgut wie beispielsweise Benzin, Diesel und Heizöl zu transportieren, brauche ich jedoch nur vier dieser Nachweise erbringen, da die Schulung beziehungsweise die Auffrischung des Gefahrgutscheins alle 5 Jahre, als ein „Modul“ zählt. Also machte ich bei der Dekra in Ingolstadt die entsprechenden 4 Module zusammen mit mehreren Kollegen, absolvierte diese und erhielt auch die Nachweise problemlos.

Der medizinische „Check-up“ stellte beim Betriebsärztlichen Dienst (BAD) eigentlich auch kein Problem dar, ich füllte den entsprechenden Fragebogen wahrheitsgemäß aus, nicht ahnend, dass ich damit eine für mich persönliche Katastrophe auslösen würde und wartete auf meine Untersuchung, die eigentlich kein Problem darstellen sollte. Nun leide ich allerdings seit 2007 an Schlafapnoe, schlafe also jede Nacht mit Beatmungsmaske um tagsüber fit und ausgeschlafen zu sein, auch das habe ich wahrheitsgemäß angegeben, so daß der mich begutachtende Arzt kein Problem sah mir den erforderlichen Nachweis auszustellen.

Anfang November 2023 hatte ich meine Unterlagen, Nachweise und Belege soweit beisammen, dass ich bei der Aussenstelle des zuständigen Landratsamtes  meine Unterlagen zur Verlängerung meiner Fahrerlaubnis einreichen konnte. Da mein Führerschein ja noch bis Anfang März gültig war, und die nette Dame im Landratsamt mir eine Bearbeitungsdauer von von 3 – 4 Wochen nannte, hatte ich also keinerlei Bedenken, meine Verlängerung rechtzeitig zu bekommen.

Die Unterlagen gingen dann an die für mich zuständige Fahrerlaubnisbehörde und bereits nach zwei Wochen hatte ich Post vom Landratsamt im Briefkasten und freute mich, dass es nun doch recht schnell mit der Verlängerung geklappt hat. Ich fühlte schon beim herausnehmen des Kuverts, dass sich darin ein wohl mein neuer Führerschein befand.

Damit fing die ganze Misere jetzt erst an….

In dem Schreiben des Landratsamtes vom 17.November 2023 machte mich die Sachbearbeiterin darauf aufmerksam, dass ich, um eine Verlängerung meiner Fahrerlaubnis zu bekommen, entsprechende medizinische Befunde bezüglich meiner Schlafapnoe beibringen muss. Ich habe also bei der zuständigen Sachbearbeiterin angerufen und argumentiert, dass ich mein komplettes Berufsleben als Kraftfahrer gearbeitet hätte, unter anderem auch fünfzehn Jahre für einen großen Mineralölkonzern bei dem wir als Fahrer für die Ausfuhr von Kraftstoffen zur Belieferung von Tankstellen im südbayrischen Raum jährlich einen Gesundheitscheck nachweisen mussten. Auch bei diesem Gesundheitscheck habe ich immer meine Schlafapnoe angegeben, und es wurde lediglich gefragt ob diese behandelt werden würde. Das konnte ich guten Gewissens jedes Mal mit ja beantworten und damit stand einem „Ok“ für ein weiteres Jahr als "Spritkutscher" nichts im Wege. Unbeeindruckt von meiner Anmerkung meinte die Dame, sie bräuchte Nachweise über die Therapie beziehungsweise Befunde meiner Krankheit. Dafür setzte sie mir eine Frist bis 18.Dezember 2023. Auf die Aufzählung der einzelnen von ihr geforderten Punkte verzichte ich hier, steht ja alles auf dem Anschreiben, das unten ja als Bild eingestellt ist.

 

Nach dieser erfolglosen telefonischen Rücksprache mit der Sachbearbeiterin musste ich dann einen Termin bei meinem Lungenfacharzt machen, nervig, aber noch nachvollziehbar. Blöd, daß dieser mir den frühesten Termin erst am 25. Januar anbieten konnte. Auch dies teilte ich meiner Sachbearbeiterin am 22. November 2023 morgens um 08:50 Uhr nach dem Telefonat und der Terminvereinbarung bei dem Lungenfacharzt umgehend mit, worauf der Termin zur Vorlage auf Ende Januar festgesetzt wurde. Ich merkte an, dass es durch die lange Wartezeit auf den Termin beim Facharzt eventuell zeitlich mit dem Ablauf bzw. der Verlängerung der Fahrerlaubnis eng werden würde. Die Sachbearbeiterin meinte dazu, dass wir ja erst November hätten und noch Zeit wäre, gegebenen Falles könnte man die Fahrerlaubnis ja befristet verlängern. Also war für mich erstmal warten auf den 25. Januar 2024 angesagt. Die Wochen zogen ins Land, der Jahreswechsel kam, und am 25. Januar war dann auch der Termin bei meinem Pneumologen / Lungenfacharzt. Nach einer gründlichen Untersuchung sollte ich dann noch eine Nacht mit einem Gerät schlafen, daß den Atemrythmus im Schlaf aufzeichnet. Nicht schön mit so einem an den Brustkorb gebundenen Gerät zu verbringen, aber es hat dann doch funktioniert. Morgens um acht Uhr dann direkt wieder zum Pneumologen, der sowohl die Daten aus dem Speicher meines Beatmungsgerätes, als auch die Daten des „Überwachungsgerätes“ auch direkt auswertete. Resultat war dann, daß ich von meinem Beatmungsgerät her bestens eingestellt bin und durch die Benutzung meines Gerätes lediglich 2 Atemaussetzer pro Stunde hatte (was nicht mal als leichte Apnoik bezeichnet wird) Dies vermerkte der Arzt auch in seinem Facharztbrief für das Landratsamt. Tatsächlich war ich darüber sehr erleichtert, denn ich war überzeugt, nun endlich die erforderlichen Papiere beisammen zu haben und meiner Fahrerlaubnisverlängerung nichts mehr im Wege stünde. Die eingescannten Unterlagen habe ich dann bereits am 26. Januar, also noch am Tage der Auswertung an meine Sachbearbeiterin im Landratsamt geschickt und wartete nun auf eine positive Rückantwort von ihr (Anm. der Sachbearbeiterin), wobei mir schon bewusst war, dass das ein paar Tage dauern würde.

Da ich, wie weiter oben bereits geschrieben, beruflich im Umbruch war und die mündliche Zusage auf eine Festanstellung ab dem 1. März 2024 bei meiner alten Firma hatte, war die Freude schon groß, dass nun alles praktisch nahtlos ineinander überging und auch meine Verlängerung des Führerscheins in Ordnung gehen würde. Dachte ich zumindest…. aber ich hatte meine Rechnung ohne meine Sachbearbeiterin im Landratsamt und ohne meinen Pneumologen gemacht.

 

Am Montag, dem 5. Februar erhielt ich dann eine E-Mail der Dame in der Führerscheinstelle die, aus welchen Gründen auch immer im Spam-Ordner meines Postfachs landete. Zum Glück habe ich diese Mail am Mittwoch, dem 7. Februar abends eher zufällig gefunden und was ich dort zu lesen bekam, ließ mich an meinem Verstand zweifeln. Der Originaltext ist als Screenshot nachzulesen

Die Sachbearbeiterin hat mich also darauf hingewiesen, dass in diesem Befund nicht die von ihr geforderten Daten stünden bzw sie diese nicht lesen kann, weil sie keine Medizinerin ist. Der Befund meines Pneumologen erstreckte sich mit dem Facharztbrief über acht Seiten, auf denen unter anderem auch mit verständlichen Diagrammen und Aufzeichnungen nebst diversen Fachausdrücken ersichtlich war, dass ich mein Beatmungsgerät erstens regelmäßig, also jede Nacht nutze, und zweitens die Dauer meines Schlafs im normalen Bereich liegt, siehe Bilder 

Ich habe meine Sachbearbeiterin daraufhin am Donnerstag, dem 08.02.2024  morgens um 09:45 Uhr wieder angerufen und nachgefragt, was sie denn noch für Informationen brauchen würde um endlich meinen Antrag abzusegnen. Gut, dass ich mir meine dummen Sprüche da mal verkneifen konnte, aber ich hatte ehrlichgesagt auch keinen Nerv die Dame entsprechend blöd anzureden. Da kam als Antwort (aus meinem Gedächtnis) „…das steht auf der Liste, die ich ihnen geschickt habe“ ….achso…ja… also….

 

Am Donnerstagmorgen also wieder die knapp 30 Kilometer nach Ingolstadt gefahren und mein Anliegen den Damen in der Patientenannahme meines Lungenfacharztes mit entsprechender Liste dargelegt und nach kurzer Wartezeit wurde ich dann auch zum Arzt ins Sprechzimmer gebeten. Er hatte die entsprechende, von mir ausgedruckte Liste der Sachbearbeiterin des Landratsamtes bereits vor sich liegen und fragte mich, wo das Problem liegen würde. Ich erklärte, dass diese Dame im Landratsamt darauf bestünde, diese Liste beantwortet zu bekommen. Sichtlich genervt mit Kopfschütteln und offenem Unverständnis murmelte er etwas von …“kann ich nicht sagen….weiß ich nicht… bin kein Angestellter der Führerscheinstelle und …soll sich nicht so anstellen“, drückte mir zusätzlich den Arztbrief, den er meinem Hausarzt geschickt hat, in die Hand und meinte, er habe definitiv nicht mehr an Daten von mir oder vom Beatmungsgerät. Na gut dachte ich, er hatte ja auch den Ausdruck mit der Liste der geforderten Daten wie von meiner Sachbearbeiterin zur Kenntnis genommen und dieses auch auf dem Ausdruck vermerkt. Noch in der Arztpraxis scannte ich diese zwei vom Pneumologen ausgefüllten Dokumente und sendete diese umgehend per E-Mail an meine Sachbearbeiterin. Nachdem ich zuhause angekommen war, rief ich telefonisch bei ihr an und fragte abermals, ob ihr das jetzt genügen würde. Als Antwort bekam ich zu hören, dass von dem Arztbrief an meinen Hausarzt noch eine zweite Seite geben müsste, diese bräuchte sie auch….  Mittlerweile wunderte mich nichts mehr, ich war der Willkür meiner Sachbearbeiterin ausgeliefert und die Zeit bis zum Ablauf meiner Fahrerlaubnis schmolz dahin. Also sofort wieder rein ins Auto, ab nach Ingolstadt, während der Fahrt wieder in der Facharztpraxis angerufen und habe tatsächlich nach dem 44.(!) Versuch eine Sprechstundendame am Telefon gehabt. Ich erklärte wiederum mein Dilemma und diese meinte, ich soll zu meinem Hausarzt fahren, sie würde das dorthin faxen. Ein wenig froh nicht nochmal nach Ingolstadt fahren zu müssen, traf ich wenig später bei meinem Hausarzt ein und fragte nach dem Fax, das die Facharztpraxis geschickt hätte. Leider wurde mir dort mitgeteilt, dass das Faxgerät eine Störung hätte und kein Fax angekommen wäre. Also wieder zurück ins Auto, es näherte sich die Mittagszeit und die Facharztpraxis schloss um 11:30 Uhr, so musste ich mich etwas beeilen, kam aber dennoch rechtzeitig an um nochmals bei den Damen in der Praxis vorzusprechen. Die Dame die ich zuvor am Telefon hatte und die mir sagte sie würde das Fax an meinen Hausarzt schicken fragte mittlerweile sichtlich genervt warum ich schon wieder da wäre, sie hätte das Dokument doch längst gefaxt. Meine Erklärung, das Faxgerät meines Hausarztes wäre defekt quittierte auch diese mit einem genervten Kopfschütteln, händigte mir aber dann tatsächlich die fehlende zweite Seite des Arztbriefes aus. Auch dieses Blatt scannte ich umgehend per Handy ein und sendete dieses per E-Mail an die Fahrerlaubnisbehörde und rief anschließend auch direkt bei der Sachbearbeiterin an um zu fragen ob sie denn jetzt zufrieden wäre….leider war die Dame in einer Besprechung oder ähnlichem und erst am Nachmittag wieder erreichbar. 

Im Glauben nun endlich die geforderten Unterlagen beisammenzuhaben, musste ich nachmittags abermals nach Ingolstadt um meinen Arbeitsvertrag bei meinem neuen Arbeitgeber zu unterschreiben. Pünktlich erschien ich zum Termin und wir besprachen noch ein paar Dinge, unter anderem, die ausstehende Führerscheinverlängerung. Ich konnte je nun endlich sagen, daß ich alle Papiere beieinander hätte und einer entsprechenden Verlängerung wohl nichts mehr im Wege stehen würde. Auch mein neuer Arbeitgeber war froh dies zu hören, da er mich als Fahrer gerne einstellen würde. Er gab mir allerdings auch unmissverständlich zu verstehen, daß er mich im Falle einer Nichtverlängerung meines Führerscheins wieder „auf die Straße“ setzen müsste, da er ohne Schein keine andere Verwendung für mich haben würde.

Mit frisch unterschriebenem Arbeitsvertrag, meinen endlich kompletten Papieren fürs Landratsamt machte ich mich auf den Weg nach Hause und rief auf dem Weg heim nochmals bei meiner Sachbearbeiterin an, die ich auch prompt wieder ans Telefon bekam. Die Mitteilug, die sie mir dann eröffnete, ließ mich abermals an meinem Verstand zweifeln…! Nach Rücksprache mit ihrer Kollegin müsste sie jetzt auf ein „verkehrsmedizinisches Gutachten zur Feststellung der Fahrtüchtigkeit“ bestehen…. Okay dachte ich und sprach sie auf eine offensichtlich benötigte befristete Verlängerung der Fahrerlaubnis an. Zitat aus meinem Gedächtnisprotokoll auf die Frage einer befristeten Verlängerung : „ …nein, das geht nicht, so etwas gibt es nicht…“  Mag sein dass ich manchmal etwas begriffsstutzig bin, aber dumm bin ich zumindest nicht…hatte die selbe Dame mir im November des Vorjahres nicht eine Verlängerung selbiger Fahrerlaubnis in Aussicht gestellt falls uns die Zeit bis zum Ablauf der alten Fahrerlaubnis nicht reichen würde… ??? Doch, da bin ich mir sicher !!

Ich war fassungslos, enttäuscht, wütend und ich habe für diesen Moment resigniert. Ich bekam dann auch eine Mail, in der der gesamte Prozess und Schriftverkehr nachzulesen war, einem Auszug einer Liste auf der wo entsprechende Begutachtungen durchgeführt werden und diversen anderen Papieren, bei denen mich die kalte Wut packte und ich ernsthaft darüber nachgedacht habe, meinen Job, den ich seit 32 Jahren ausübe, an den berühmten „Nagel“ zu hängen.

Nachdem ich mit meiner Frau darüber gesprochen hatte bekam diese einen Nervenzusammenbruch und auch ich stand diesem kurz bevor. Wir beruhigten uns dann im Laufe des abends und beschlossen weiter um meine Fahrerlaubnis zu kämpfen ! Auch wenn sich das kitschig oder blöd anhört, aber ich wollte, wie bereits eingangs geschrieben, seit meinem sechsten Lebensjahr „Trucker“ also Lkw Fahrer werden…. Mein Traumjob, den ich mit all seinen Höhen und Tiefen dennoch geliebt und immer gerne gemacht habe. Das sollte jetzt vorbei sein ?? NEIN, nur wegen der Willkür einer Angestellten im Landratsamt, die sich auf stur stellt, sich selber offensichtlich keinerlei Bemessungsspielraum einräumt und der ganz offenbar jegliches Beurteilungsvermögen fehlt?

 

NEIN ! ICH KÄMPFE UM MEINEN BERUF UND MEINE „FAHRKARTE“ !

 

Dass das nicht einfach werden würde war mir schon klar, mittlerweile war es Freitag morgen und ich hatte aus nachvollziehbaren Gründen eigentlich nicht geschlafen. Meine Frau und ich begannen dann die vom Landratsamt mitgeschickte Liste abzutelefonieren jedoch waren die Ergebnisse niederschmetternd. Zur Erinnerung, wir hatten ja mittlerweile Mitte Februar und meine Fahrerlaubnis lief in drei Wochen ab….den frühesten Termin, den ich ergattern könnte wäre Ende April oder Anfang Mai, was bedeuten würde, daß ich erstmal ein arbeitsloser Lkw-Fahrer ohne Führerschein wäre, mir die Grundlage meiner beruflichen sowie privaten und auch sozialen Existenz entzogen würde. Meine Frau riet mir (wie übrigens mein Pneumologe auch) mir einen Rechtsbeistand zuzulegen und dem den Sachverhalt zu schildern. Wir fanden einen entsprechenden Anwalt, der bereit war mich kurzfristig in dieser ganzen Führerscheinverlängerungsposse zu vertreten. Noch vormittags mailte ich ihm die entsprechenden Schriftstücke und Maikorrespondenz zwischen meiner Sachbearbeiterin in der Fahrerlaubnisbehörde und mir.

Auch dieser war erstmal erstaunt über die Art und Weise von meiner Sachbearbeiterin, sich trotz positiver ausführlicher, mit etwas gutem Willen auch verständlicher Befunde des Pneumologen, trotz allen, in meinen Möglichkeiten stehenden verlangten und erbrachten Nachweisen, gegen eine Verlängerung meiner Fahrerlaubnis zu sträuben. Mein Rechtsbeistand und ich haben dann ein längeres Telefonat geführt und die Möglichkeiten eruiert, wobei er mir allerdings kaum Hoffnung machen konnte, ohne Verkehrsmedizinisches Gutachten eine Verlängerung der Fahrerlaubnis zu bekommen, jedoch würde er versuchen, eine befristete Verlängerung zu erwirken. Nun kam die Faschingszeit und das Landratsamt hatte bis zum 14.Februar geschlossen, was wieder ein paar Tage rumsitzen in Ungewissheit bedeutete. Ich habe über diese Angelegenheit mit Freunden und Bekannten gesprochen, diese auch die Anschreiben der Führerscheinbehörde sowie die komplette E-Mailkorrespondenz lesen lassen und wirklich niemand konnte dieses Verhalten der Fahrerlaubnisbehörde nachvollziehen. Alle Personen, die diese Schriftstücke, teilweise aus Ungläubigkeit zweimal, gelesen haben, waren in der Tat fassungslos. Auch mein Bekanntenkreis weiß natürlich, dass ich leidenschaftlicher Lkw-Fahrer bin und je länger die Touren sind umso mehr Spaß hatte ich dabei. Völliges Unverständnis herrschte über die Tatsache, daß ich ja bereits seit vielen Jahren eine Maske gegen meine Atemaussetzer habe und damit ja besser schlafe als viele andere, die nicht unter Schlafapnoe leiden. Am Samstag, dem 10. Februar, war bei uns im Ort der große Faschingsumzug angesagt, aber fröhliche Stimmung kam bei uns definitiv nicht auf. Auch meine Schwägerin und mein Schwager waren seit Freitag abends schon zu Besuch und zeigten sich da schon ebenso schockiert wie fassungslos über die Uneinsichtigkeit der Fahrerlaubnisbehörde, die doch nun alles an geforderten Nachweisen und Befunden hätten und trotzdem zusätzlich noch auf ein Gutachten bestünden. Ein befreundeter Kollege aus unserer Ortschaft kam am Samstag vormittags vorbei, und da ich zu meiner Ablenkung in der Garage am Auto mit einem Freund eine Reparatur durchführte,, kam er direkt auch auf einen Plausch zu mir. Seine erste Bemerkung war, Zitat „ …wieso siehst Du denn heute so Scheisse aus.. ?“ beantwortete ich erstmal mit tiefem Luftholen und dem Satz, daß er das nicht glauben würde, was ich gerade mit dem Landratsamt und der Führerscheinverlängerung durchmache. Ich wusste, auch dieser Kollege ist Schlafapnoiker und als er sich die ganze lange Geschichte anhörte, entgleisten seine Gesichtszüge immer mehr, je weiter ich erzählte.  Auch er konnte nicht glauben was ich ihm da erzählte, worauf ich angeboten habe, sich den ganzen Schriftverkehr mal bei Gelegenheit durchzulesen. Tatsächlich kamen wir zu dem Schluss, daß ein Kraftfahrer seine Schlafapnoe bei der Untersuchung nicht angeben dürfte, da eben genau so ein Zirkus anstehen würde. Damit wusste ich einmal mehr, dass man für seine Ehrlichkeit nur noch bestraft würde und ein Kraftfahrer gezwungenermaßen dazu gezwungen wird, wider bessren Wissens seine Krankheit bei der medizinischen Untersuchung nicht anzugeben. Gleiches gilt übrigens auch für Diabetiker…. auch bei erfolgreicher und entsprechender Therapie einfach die Klappe halten um im Falle eines Unfalls dann die umso schlimmeren Konsequenzen zu tragen? Hier läuft doch offensichtlich was verkehrt.  Aus der Transportbranche hört man viel von dem immensen Mangel an Kraftfahrern, was ja auch kein Wunder ist, wenn einem ein dermaßen großer Stein in den Weg gelegt wird um seinen Beruf auszuüben beziehungsweise weiterhin ausüben zu dürfen. Es ist offensichtlich, dass verschiedene Erkrankungen, auch die, die erfolgreich therapiert werden/wurden nicht erwähnt werden dürfen um seine nicht Existenz zu gefährden. Der ehrliche wird am Ende nur bestraft. Immer noch fassungslos und auch nachdenklich verabschiedete sich dieser wieder von mir und wünschte mir noch viel Erfolg und noch mehr Glück bei meiner Verlängerung des Führerscheins.

Einem anderen  Freund, dem wir ein paar Tage später einen Besuch abstatteten, berichteten meine Frau und ich ebenfalls ausführlich über unser Dilemma, seine erste Reaktion war ein ungläubiges Lachen mit dem Kommentar, daß ich ihn offensichtlich auf den Arm nehmen würde. Wir unterhielten uns lange darüber und er gab mir den Tipp, mal bei der Arbeitsagentur vorzusprechen und diese auf meine irrwitzige Situation hinzuweisen.

Am Faschingsdienstag, dem 13. Februar verfasst ich spätabends folgende Mitteilung an die Arbeitsagentur :

 

Guten Tag,

mein Name ist Dirk Brass und ich habe folgendes Anliegen. Ich habe meine bisherige Beschäftigung als Kraftfahrer aufgrund firmeninterner Umstrukturierungsmaßnahmen (Standortschließung) zum 29. Februar 2024 gekündigt, habe jedoch einen unbefristeteten Arbeitsvertrag ab 01.03. 2024 bei einer anderen Firma ebenfalls als Kraftfahrer bekommen.

Folgendes Problem stellt sich nun dar : Meine Fahrerlaubnis der Klasse CE die ich zur Ausübung meiner Tätigkeit als Kraftfahrer benötige, läuft am 05.03.2024 ab. Diese Fahrerlaubnis muss alle 5 Jahre verlängert werden, dazu sind entsprechende medizinische und weiterbildende Maßnahmen verpflichtend.

Eine Verlängerung der Fahrerlaubnis beantragte ich ca. Mitte November bei der Fahrerlaubnisbehörde in Pfaffenhofen unter Einreichung der vollständigen Unterlagen. Da ich Schlafapnoeiker bin, verlangte das LRA in Pfaffenhofen einen entsprechenden medizinischen Nachweis meines Lungenfacharztes. Bei einer telefonischen Terminvereinbarung im November wurde mir Donnerstag, der 25. Januar 2024 als frühest möglicher Termin genannt, vorher gäbe es keinerlei Möglichkeit. Ich teilte dieses meiner Sachbearbeiterin mit, die dann auf meine Bemerkung hin, daß es zeitlich nun doch "eng" bis zum Ablauf meines Führerscheins werden würde meinte, gegebenenfalls könnte man die Fahrerlaubnis dann befristet verlängern. Bereits am 26. Januar hatte ich nach dem Arzttermin am 25. Januar entsprechende Auswertungen samt Facharztbrief an meine Sachbearbeiterin per E-Mail gesendet. Diese bestand wiederum auf die Beantwortung diverser Fragen vom Lungenfacharzt, die ich umgehend persönlich bei diesem vorbrachte und der sichtlich genervt von der Dame im Landratsamt eine teilweise Beantwortung der Fragen zu meiner Krankheit beantwortete. Auch dieses reichte der Sachbearbeiterin nicht, obwohl ich lediglich eine schwache Schlafapnoe habe ( 2 (!) Atemstillstände pro Stunde) und diese durch eine Therapie mittels Beatmungsgeräts bestens eingestellt ist, was auch aus den Untersuchungsbefunden hervorgeht. Diese Diagnose bzw dieser Befund ist ebenfalls an die Sachbearbeiterin gesendet worden. Unbeeindruckt von entsprechenden Befunden verlangt diese Sachbearbeiterin nun ein "Verkehrsmedizinisches Gutachten zur Feststellung der Fahrtüchtigkeit bezüglich Schalfapnoe" und verwehrt mir die weitere Verlängerung meines Führerscheins für weitere 5 Jahre, den ich ja zur Ausübung meines Berufs zwingend benötige. Eine Begutachtung für Schlafapnoiker ist ab mittelschwerer Schlafapnoe (15 Atemstillstände pro Stunde ) Pflicht um eine Verlängerung zu erwirken, nun liege ich aber deutlich unter diesem Wert. Auf diesen mündlichen Einwand meinerseits kam jedoch die Antwort, sie handele nach Rücksprache mit Ihrer Vorgesetzten, was ich mir nur schwer vorstellen kann.

Eine Begutachtung bei einer "Begutachtungsstelle für Fahreignung" sind jedoch Termine frühestens ab Mitte April verfügbar, was wiederum heißt, daß ich ab dem 6. März 2024 keine Fahrerlaubnis mehr habe um meinen neuen Job ausüben zu können weil mir auch eine befristete Verlängerung oder eine "vorläufige Fahrerlaubnis" verweigert wird. Damit wird neben meiner beruflichen auch meine finanzielle, sowie soziale  Existenz schlichtweg vernichtet, da ich seit meinem 20. Lebensjahr Kraftfahrer bin, seit 32 Jahren "auf dem Bock" sitze und trotz eines unbefristeten Arbeitsvertrags in der Tasche wegen einer Sachbearbeiterin ohne Ermessungsspielraum und ohne jegliches menschliches Verständnis in die Erwerbslosigkeit fallen würde.

Insofern bräuchte ich jetzt eine Beratung wegen der weiteren Vorgehensweise, um eine Erwerbslosigkeit möglichst zu verhindern und dem Staat nicht auf der Tasche zu liegen.

 

MfG, Dirk Brass

 

Auf eine schnelle Antwort der Arbeitsagentur hoffte ich zwar, daran glauben konnte ich jedoch nicht. Weil ich ja innerlich so aufgewühlt war war natürlich an Schlaf auch nicht zu denken und ich habe angefangen, die entsprechenden Fragen, die die Dame der Fahrerlaubnisbehörde beantwortet haben wollte mal in Klartext zu “ übersetzen“:

1. Welche OSAS vorliegt mit Angabe der ICD-10 :

 ICD-10-Code: G47.39G Schlafapnoe, nicht näher bezeichnet

 

2. Ob Tagesschläfrigkeit vorliegt : definitiv nein (eigene Einschätzung)

 

3.Welcher Apnoe Hypopnoe Index vorliegt :  2 (bei aktiver Therapie) siehe Arztbrief an meinen Hausarzt vom 26.01.2024. Siehe Befund vom 26.01.2024 vom Lungenfacharzt Seite 1 -> Zusammenfassung.

Um den AHI zu erhalten, summiert man alle Apnoen und Hypopnoen während einer Schlafstunde, . (Apnoe + Hypopnoe/Schlafstunde). Ab einem Wert von fünf spricht man von einer leichten, ab 15 von einer mittelschweren und ab 30 von einer schweren Form der Schlafapnoe, zur Erinnerung, ich liege bei 2 ! Bis zu fünf Atemaussetzer in einer Stunde können normal sein ! (Quelle ResMed Healthcare)

 

4. Wie behandelt wird ? 

Behandlung erfolgt durch ein CPAP Gerät, CPAP und das Obstruktive Schlafapnoe-Syndrom. Die Atemaussetzer entstehen durch die Absenkung der Zunge in den Rachenraum. Ein CPAP Gerät bewirkt durch seinen besonderen Druckausgleich daß die Atemwege frei bleiben und die Zunge sich nicht absenken kann.

 

5. Ob sonstige Erkrankungen aufgrund OSAS vorliegen ?  

Definitiv nein, da ich sonst keinerlei Erkrankungen habe

 

6. Seit wann sie deshalb in Behandlung sind ? Seit 2003

 

7. Wie oft sie diesbezüglich zum Arzt gehen ? 

Einmal jährlich zur Kontrolluntersuchung

 

8. eine Stellungnahme bezüglich der Beurteilungskriterien Kapitel 3.11.1

-zur Tageschläfrigkeit :  

keine Tagesschläfrigkeit vorhanden (eigene Einschätzung)

-zur messbaren, auffälligen Tagesschläfrigkeit  : 

Keine messbare Tagesschläfrigkeit bei 2 Atemstillständen pro Stunde, bis zu 5 Atemstillstände pro Stunde sind normal (Quelle: Internet)

 

9. Dieses Schreiben muss dem Arzt vorgelegt werden und auf dem ärztlichen Bericht auch bestätigt werden, daß der Arzt hiervon Kenntnis erlangt hat.  

Dieses Schreiben wurde durch meinen Lunganfacharzt am 08.02.2024 bestätigt

 

 

 

Eine Erklärung der wichtigsten Fachausdrücke bzw. Abkürzungen habe ich hier im Anschluss mal aufgelistet

 

Vigilanz :

Mit dem Begriff Vigilanz bezeichnet man in der Medizin die Wachheit bzw. Daueraufmerksamkeit eines Patienten. Eine verminderte Vigilanz wird als Vigilanzstörung bezeichnet. Wie sind die Stadien der Vigilanz definiert? Vigilanz – Stufen: Es gibt verschiedene Stufen der Vigilanzminderung: Benommenheit, Sopor, Somnolenz, Koma und Wachkoma. Formen der Vigilanz: Es werden generell zwei extreme Aktivitätszustände (Pole) der Vigilanz unterschieden – die Erregung und der traumlose Schlaf. Quelle : Internet

 

Kapitel 3.11.1

Messbare auffällige Tagesschläfrigkeit: Leitsätze: Wer unter messbarer auffälliger Tagesschläfrigkeit leidet, ist nicht in der Lage, den ge-stellten Anforderungen beider Gruppen gerecht zu werden. Eine unbehandelte oder therapierefraktäre schwere Tagesschläfrigkeit schließt die Fahreignung generell aus. Als Tagesschläfrigkeit wird eine verminderte Wachheit bzw. eine Reduktion der zentralnervösen Aktivierung bezeichnet. Es bestehen Schwierigkeiten, tagsüber wach und aufmerksam zu bleiben. Kennzeichen einer erhöhten Tagesschläfrigkeit können Aufmerksamkeitsstörungen, ungewolltes Einschlafen, Sekundenschlaf und/oder Einschlafneigung vor allem in monotonen, alltäglichen Anforderungssituationen sein (Monotonieintoleranz). Anzeichen von Schläfrigkeit werden in der Regel von Betroffenen bewusst wahrgenommen, jedoch nicht immer zutreffend gedeutet. Schläfrigkeitssymptome können besonders bei chronischer Schläfrigkeit unterschätzt werden. Konkrete Einschlafereignisse (sog. Sekundenschlaf bzw. Mikroschlafepisoden) treten im Zustand der Schläfrigkeit auch unvorhergesehen und unbewusst auf. Mögliche Ursachen für auffällige Tagesschläfrigkeit sind neben Schlafstörungen oder nicht erholsamem Schlaf auch z. B. körperliche Erkrankungen, situative Faktoren und Medikamenteneinnahme. Das Ausmaß der Schläfrigkeit kann im Tagesverlauf erheblich variieren und durch situative Faktoren beeinflusst werden. Abzugrenzen von der Tagesschläfrigkeit ist die Müdigkeit, die in einem subjektiven Ge-fühl der Erschöpfung oder Mattigkeit besteht und nicht mit erhöhter Einschlafneigung bei Tage einhergeht. Müdigkeit ohne Tagesschläfrigkeit kommt z.B. bei psychosomatischen Störungen oder organischen Erkrankungen vor.

Quelle : Hochschulbibliothekszentrum NRW

 

OSAS :

Von einem obstruktivem Schlafapnoesyndrom (OSAS) wird dann gesprochen, wenn Patienten aufgrund der Apnoen/Hypopnoen unter einem nicht erholsamen Schlaf mit vermehrter Tagesschläfrigkeit leiden.

 

ICD -10 Code :

Der ICD-Code ist ein weltweit anerkanntes System, mit dem medizinische Diagnosen einheitlich benannt werden. ICD steht für „International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems”, zu Deutsch und vereinfacht: „Internationale Klassifikation der Krankheiten“. Die ICD-10-GM ist an die Gegebenheiten in Deutschland angepasst (GM steht für German Modification).  Neben der derzeit gültigen Version ICD-10 ist im Januar 2022 die neue Version ICD-11 in Kraft getreten. Für eine Übergangsfrist von 5 Jahren sind beide Versionen verwendbar. Bis die ICD-11 in Deutschland eingeführt ist, wird weiter nach ICD-10 verschlüsselt. Quelle : gesund.bund.de 

 

Beispiel :

Mein ICD-10 Code "G47.39G" setzt wie folgt  zusammen : 

G47.39 bedeutet Schalfapnoe, nicht näher bezeichnet, dazu das Zusatzkennzeichen "G" was für "G"esicherte Diagnose steht.

 

Zusatzkennzeichen : Auf ärztlichen Dokumenten wird der ICD-Code oft durch Buchstaben ergänzt, die die Sicherheit der Diagnose oder die betroffene Körperseite beschreiben. Diese lauten : G: Gesicherte Diagnose, V: Verdacht Z: Zustand nach…, A: Ausschluss, L: Links, R: Rechts, B: Beidseitig Quelle Bereitgestellt von der „Was hab’ ich?“ gemeinnützigen GmbH im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG).

Definition "AHI" : 

Um den AHI zu erhalten, summiert man alle Apnoen und Hypopnoen während einer Schlafstunde (Apnoe + Hypopnoe/Schlafstunde). Ab einem Wert von fünf spricht man von einer leichten, ab 15 von einer mittelschweren und ab 30 von einer schweren Form der Schlafapnoe. Quelle : ResMed Healthcare

Die Recherche dieser Fachausdrücke bzw. Abkürzungen und Bezeichnungen hat mich als Hauptschüler und "Nichtmediziner" keine Stunde gekostet. Natürlich sind alle Daten, die gemessen worden sind mit Beatmungsgerät und Schlafmaske gemessen worden. Ich habe mein Gerät und meine Maske mittlerweile seit 17 Jahren und kann die Anzahl meiner Atemaussetzer ohne Beatmungsgerät nicht mehr benennen, das ist einfach schon zu lange her. Irgendwie frage ich mich gerade, ob ich vielleicht ein Gutachten brauche das bescheinigt dass ich ein Gutachten brauche… klingt kompliziert ? Ist aber so, wir leben in Deutschland ! Ich habe mir, weil ich ja eh emotional so aufgewühlt war und die letzten Nächte kaum geschlafen habe, dann die ganze Nacht mit der Recherche und der Niederschrift der ganzen Definitionen und Aufschlüsselungen um die Ohren gehauen, und wurde ehrlich gesagt während der Recherche regelrecht wütend, da ich hab meine Maske zum einen regelmäßig nachts benutze und die dadurch resultierenden Ergebnisse der Schlafqualität in keinerlei Weise der eines Menschen ohne Schlafapnoe nachsteht. Schon richtig ,dass ich Schlafapnoeiker bin und dass das damals auch diagnostiziert wurde darum habe ich ja auch die Schlafmaske. Die Dame der Führerscheinstelle möchte ich jetzt komischerweise wissen ob ich mit in Verbindung mit der Schlafmaske geeignet bin weiter einen Lkw zu fahren oder nicht. Die Werte sprechen eigentlich eine klare Sprache.

So wartete ich bis morgens um 08:00 Uhr um die Dame im Landratsamt wieder mal anzurufen und ihr die Erklärungen beziehungsweise Fachausdrücke und Auswertungen im Klartext unter die Nase zu reiben. Ich musste mich schon sehr am Riemen reißen um meine Stimme nicht zu erheben und zu versuchen das alles in sachlichem Ton zu erklären. Ich ging zu meiner Frau und begann das Gespräch über den Telefonlautsprecher, damit diese den Gesprächsverlauf auch mitbekommen würde.  Meine Sachbearbeiterin ging auch prompt ans Telefon und so fing ich mit meinen Ausführungen und Erklärungen ihre gestellten Fragen an. Das darlegen meine Recherche und meine Ausführungen dauerte nahezu 15 Minuten, wurde jedoch ständig von ihr mit einem Einwand beginnend mit „ja aber…“  unterbrochen. Im Endeffekt hat es absolut nichts gebracht hier die Ergebnisse im Klartext übersetzt zu haben, da diese sich immer darauf berief dass ich die Ergebnisse ja mit Schlafmaske erreichte. Ja natürlich, ich schlafe ja auch ausschließlich mit meinem Beatmungsgerät und der Schlafmaske, was ja anhand der Betriebsstunden und auch der duchschnittlichen täglichen Nutzung die auf dem Befund des Lungenarztes ebenfalls stand, absolut nachvollziehbar war. Eine Nacht ohne mein Gerät ist für mich nicht mehr denkbar. Auch die Einwände dass sie mir meine Existenz zerstören würde wurde in keinerlei Weise berücksichtigt, sie müsse sich an die Vorgaben halten und ihr wären so gesehen die Hände gebunden. Von der Aussage, die sie mir gegenüber im  November des Vorjahres machte, falls die Zeit knapp werden würde mit dem Ablauf des Führerscheins könnte man diesen ja noch befristet verlängern, wusste sie natürlich nichts mehr. Von dieser Uneinsichtigkeit völlig entnervt habe ich ihr gesagt dass meine Frau jetzt das Gespräch übernimmt, da ich mich sonst vergessen würde und ausraste. Meine Frau übernahm dann das Gespräch während ich im Wohnzimmer versuchte meine Wut über dieses Gespräch in den Griff zu bekommen. Auch meine Gattin hat bestimmt 20 Minuten mit der Sachbearbeiterin gesprochen und teilte mir dann sichtlich erleichtert aber total entnervt mit, dass sie mit ihr (der Sachbearbeiterin) nun doch eine Verlängerung um 2 Monate bis 5. Mai ausgehandelt hätte. Ich war erst einmal fassungslos, da diese Sachbearbeiterin zu mir immer wieder gesagt hat das es eine Verlängerung der Fahrerlaubnis nicht geben würde und nicht machbar ist. Mit diesen 2 Monaten Verlängerung meiner Fahrerlaubnis kann ich mein Gutachten rechtzeitig erstellen lassen und meinen Führerschein damit entsprechend für die nächsten 5 Jahre verlängern. Da ich immer noch emotional ziemlich aufgewühlt zwar hat es bis nachmittags gedauert dieses auch zu realisieren und zu verstehen, daß mit dieser Entscheidung meine neue Arbeit erstmal gesichert ist und ich eine reelle Chance haben würde entsprechende Nachweise, also das Gutachten, rechtzeitig beizubringen.

Der Ablauf einer Terminvergabe zur Erstellung eines Gutachtens läuft wie folgt ab: zuerst muss ich eine entsprechende Begutachtungsstelle aussuchen, diese muss ich dem Landratsamt beziehungsweise der Führerscheinstelle mitteilen damit meine Führerscheinakte dahin geschickt werden kann. Diese Begutachtungsstelle schickt mir dann erstmal eine Rechnung, die muss ich vorab bezahlen und sobald der Zahlungseingang auf dem Konto der Begutachtungsstelle eingegangen ist bekomme ich einen Termin mitgeteilt. Eine vorherige Auskunft über einen Begutachtungstermin beziehungsweise gar eine feste Zusage auf ein entsprechendes Datum wird von keiner der Begutachtungsstellen gegeben beziehungsweise gemacht. Das heißt im Klartext, ich suche mir zum Beispiel die für mich am günstigsten gelegene Behörde aus, teile dies der Fahrerlaubnisbehörde mit, die dann meine Führerscheinakte dorthin versendet, ich auf die Rechnung warte und diese bezahle und dann erst mitgeteilt bekomme wann ich denn einen Termin bekomme. Dumm halt nur wenn dieser Termin erst in 8 Wochen oder noch später ist. Eine Sachbearbeiterin des TÜV Hat mir dann aber doch zumindest sagen können das am 9. März noch Plätze frei wären, sie können mir zwar keinen reservieren aber die Chancen an diesem Tag noch einen Platz zu bekommen stünden relativ gut sofern meine Führerscheinakte bis Freitagvormittag 10:00 Uhr dort elektronisch oder auf dem Postweg ankommen würde. Auch das hatte ich meiner Sachbearbeiterin in der Fahrerlaubnisbehörde bereits am Anfang des Gesprächs am Mittwochmorgen mitgeteilt was sie auch anstandslos zusagte. Bereits am späten Vormittag rief mich die entsprechende Begutachtungsstelle an und teilte mir mit dass meine Akte eingegangen wäre und sie jetzt noch auf die Zahlungseingang meinerseits warten müssten. Ich habe darum gebeten die Rechnung vorab per Email schon mal an mich zu schicken damit ich diese möglichst schnell überweisen kann und mir damit einen festen Termin an diesem 9. März sichern kann. Ich war wirklich sehr angenehm überrascht von der Freundlichkeit der Damen in der Begutachtungsstelle, das waren so gesehen die einzigen mit denen man tatsächlich vernünftig und freundlich reden konnte, die anderen Stellen die wir ja bereits am Freitag vorher abtelefoniert hatten waren schon sehr reserviert, teilweise arrogant und eigentlich nicht wirklich freundlich. Auch hatte ich das Gefühl das ich bei diesem Institut am besten aufgehoben bin und mir die auch wirklich helfen wollen. Ich habe denen ja auch meine Lage bezüglich meiner Zeitnot und der Verweigerung des Landratsamtes  Fahrerlaubnis zu verlängern erklärt. Nach einigen Telefonaten zwischen der netten Dame in der Begutachtungstelle und mir waren dann endlich alle Unklarheiten beseitigt, ich war über das Vorgehen der Terminvergabe informiert und den groben Ablauf einer solchen Gutachtenerstellung informiert.

Am 20. Februar kam dann endlich der ersehnte Brief der Begutachtungsstelle in Deggendorf und ich war froh, darin die Terminbestätigung für den 9. März zu lesen. Eine weitere positive Nachricht. Allerdings machte mir die Formulierung in diesem Brief nun wieder Kopfzerbrechen, da auf einem Beiblatt die Erklärung, wie eine „MPU“ also eine medizinische / psychologische Untersuchung ablaufen wird. Ich war verwirrt, denn am Telefon hat mir doch die Dame einen anderen Ablauf erklärt. Mittlerweile schrillen bei mir sofort die Alarmglocken, wenn etwas entgegen den bereits abgegebenen Erklärungen abweicht. Der Begriff MPU machte mich stutzig. Ich rief also abermals an, um abzuklären, ob ich denn nun eine MPU absolvieren müsste, obwohl ich ja ein Gutachten wegen meiner Schlafapnoe bräuchte. Die Dame erklärte mir dann wiederum in freundlichem Ton, dass das mit der MPU nur auf dem Merkblatt stünde und nicht für jede spezielle Begutachtung ein eigenes Merkblatt erstellt werden konnte. Natürlich werde ich dann speziell auf meine Schlafapnoe hin untersucht und bewertet, ob ich weiterhin geeignet bin, meinen Beruf auszuüben. Frage geklärt, Unklarheit damit beseitigt. Im Anschluss an dieses Telefongespräch habe ich (mal wieder) in der Fahrerlaubnisbehörde meines Landkreises angerufen und dort nochmals nachgefragt, welche Unterlagen ich zur ersehnten Ausstellung meiner Fahrerlaubnis denn genau mitbringen sollte. Meinen Ausweis, meinen Führerschein sowie die Terminbestätigung der Begutachtungsstelle wurde mir mitgeteilt. Ich habe mir in dieser Angelegenheit zur Gewohnheit gemacht, lieber nochmals nachzufragen, denn eine weiter Verzögerung der ganzen, für mich nervenaufreibenden, Geschichte konnte ich mir schlicht nicht leisten. Lieber zweimal zu viel gefragt, als einen Nachweis oder Bescheinigung zu vergessen. Also bin ich am 21. Februar am frühen Vormittag mit meiner Frau Richtung Pfaffenhofen zum dort befindlichen Landratsamt gefahren. Pünktlich um 14 Uhr nachmittags wurde dann geöffnet und ich zog eine dieser berüchtigten Wartenummern aus dem Automaten. Wider Erwarten musste ich nur wenige Minuten wartenbis meine Wartenummer aufgerufen wurde und ich zum Schalter „A“ der Führerscheinstelle vortreten durfte. Katja begleitete mich sicherheitshalber, um zu verhindern,dass ich mich eventuell „daneben“ benehmen würde und mich in Rage rede. Nein, ich landete natürlich nicht bei der Dame, die mir den ganzen Ärger eingebrockt hatte, eine Kollegin von ihr bearbeitete dann mein Anliegen. Die erforderlichen Unterlagen hatte ich dabei und so bekam ich relativ schnell meine sogenannte „vorläufige Fahrerlaubnis“ mit dem winzig kleinen, mündlichen Hinweis, dass diese aber nur in Deutschland gültig sei. Eigentlich schon wieder eine Frechheit, was wäre, wenn ich denn im internationalen Fernverkehr eine Anstellung bekommen hätte?? Dann wäre ich ja wieder der gelackmeierte, denn dann dürfte ich ja selbst im benachbarten Ausland nicht fahren und wäre trotz meiner ganzen Rennerei nach den Unterlagen nicht weiter wie vorher. Sowas hätte mir die Dame bei der Zusage auf eine befristete Fahrerlaubnis dann schon mitteilen können. Naja, ich fahre nicht mehr internationale Frachtverkehre,sondern in meinem neuen alten Job nur noch „um den Kirchturm herum“ also Nahverkehr. Zumindest mit dem Lkw. Jetzt verhält sich das mit dem vorläufigen Führerschein nur so, dass auch das Fahren (führen) von Autos, also Pkw auch nur in Deutschland erlaubt ist. Zum Glück haben wir in den nächsten zwei Monaten nicht vor, nach Schweden oder ins sonstige Ausland zu fahren, dann hätte ich offensichtlich das nächste Problem

Ein Problem jedoch sah ich dann doch bei der Betrachtung meiner vorläufigen Fahrerlaubnis, die Schlüsselzahl „95“ also der entsprechende Nachweis der Berufskraftfahrerqualifikation. In meinem bisherigen Führerschein stand diese Schlüsselzahl 95 hinter dem Ablaufdatum meiner Fünfjahresfrist ebenfalls mit eben diesem Datum. Weil bei uns in Deutschland vieles vom Gesetzgeber und den Behörden meiner Ansicht nach nicht einfacher gemacht wird, steht diese auf dem neuen, für fünf Jahreverlängerten Führerschein eben nicht mehr hinter dem Ablaufdatum der Fünfjahresfrist, sondern es gibt eine neue Karte im Scheckkartenformat extra nur für diesen Nachweis, damit wieder eine Karte mehr, deren Verlust erneute Lauferei mit sich bringen würde. Diese ominöse „Schlüsselzahl95“ war auf der vorläufigen Fahrerlaubnis eben nicht mehr eingetragen, mein alter, noch bis zum 5. März gültiger Lkw Führerschein wurde mit Aushändigung des vorläufigen Führerscheins nämlich eingezogen. Damit wusste ich zwar, dass zum einen meine Qualifikation erst am 5. März ablaufen würde und die erneuerte Berufskraftfahrerqualifikation erfolgreich absolviert hatte, aber ich konnte das erstmal nicht bei einer eventuellen Kontrolle der Polizei oder des BALM (Bundesamt für Logistik und Mobilität) früher hießen die auch BAG (Bundesamt für Güterverkehr) nicht nachweisen. Das wiederum führt jetzt erstmal dazu, dass ich auch als Aushilfe irgendwo bei einem Transportunternehmen nicht als Fahrer arbeiten darf.Ich fragte die Dame,wo ich denn den Nachweis jetzt hätte, darauf meinte diese ich würde diese neue Karte mit dem Nachweis meiner Berufskraftfahrerqualifikation in circa zwei Wochen zugeschickt bekommen. Ja Scheisse aber auch! Irgendetwas ist tatsächlich immer…. Ich habe bei meinem neuen Arbeitgeber um eine Kopie meines alten Führerscheins gebeten, bei dem ja noch ersichtlich ist, dass meine entsprechende Qualifikation noch bis 5. März gültig ist und darf, zumindest bis zu deren Ablauf, noch im Güterverkehr tätig sein, auch wenn das bei einer Kontrolle als „Ordnungswidrigkeit“ geahndet werden kann. Bleibt zu hoffen, dass die die Karte mit entsprechendem neuem Nachweis spätestens bis zum Ablauf der alten, bisherigen Qualifikation bei mir per Post eingeht, sonst hab ich zwar eine verlängerte Fahrerlaubnis, aber arbeiten in meinem neuen Job dürfte ich trotzdem nicht. Wäre natürlich zu hinterfragen, warum ich die entsprechende Karte mit dem Nachweis nicht schon habe, diese hat ja wiederum mit dem eigentlichen Führerschein nichts zu tun, würde ja auch erst mit dem Ablauf der alten Gültigkeit weitere fünf Jahre gelten… Die Unterlagen hatte ich ja bereits im November zusammen mit den anderen Unterlagen zur Fahrerlaubnisverlängerung eingereicht. Ich bin kein Sachbearbeiter der Führerscheinstelle und somit habe ich keine Ahnung, warum das so ist. Zum Nachfragen fehlen mir mittlerweile die Nerven, ich hoffe jetzt einfach darauf, diesen neuen Nachweis in Scheckkartenformat rechtzeitig zu bekommen.

Achso…dann war ja noch mein „Hilferuf“ an die Agentur für Arbeit. Von dieser habe ich dann exakt eine Woche später einen Brief bekommen, der unter anderem mit den Worten „…leider haben wir sie telefonisch nicht erreicht“ begann. Sätze die die Worte „vollständigerLebenslauf“ und „alle bisherigen Arbeitsstellen „…auf den Tag genau“ usw. konnte ich nur mit einem Kopfschütteln und steigender Verwunderung zur Kenntnis nehmen. Telefonisch wäre ich nicht erreichbar gewesen? Ja zum Henker, dazu müsste mich die „Agentur für Arbeit“ halt auch mal anrufen, dann hätte ich das Gespräch auch annehmen können. Die Personen, die mich kennen werden bestätigen, dass ich eigentlich immer erreichbar bin.  Zumindest kam meine Mail dort an, was mich ehrlichgesagt erstaunt hat. Absolut verblüfft war ich jedoch zu lesen, dass ich mich als „arbeitssuchend“ gemeldet hätte. Ich bin nicht arbeitssuchend ! Ich habe einen von mir gekündigten, noch aktuellen Arbeitsvertrag bis zum 29. Februar 2024 und direkt im Anschluss ab 01. März einen gültigen, von mir unterschriebenen, unbefristeten Arbeitsvertag ! Ich wollte Information wie ich weiter vorgehen sollte, damit ich mich NICHT arbeitssuchend melden muss oder gar Arbeitslosigkeit fallen würde, da ja die Sache mit dem Ablaufdatum des Führerscheins und dessen eventuelle Verlängerung zum Zeitpunkt der Verfassung der Mail an die Agentur für Arbeit noch nicht geklärt war.

 

Folgende Anmerkung kann ich mir dazu jetzt nicht verkneifen  : Liebe Sachbearbeiter*innen in der Agentur für Arbeit, es wäre vorteilhaft gewesen, in der Schule nicht nur beim Hüpfen und Klatschen aufzupassen, auch Lesen wäre eine interessante Option gewesen, das einem sogar Aufschluss auf ein Anliegen verständlich machen würde und einen im Leben deutlich weiter bringt als das zusammensetzen von Themenverfehlenden vorgefertigten Textbausteinen. Man könnte so zum Beispiel eine E-Mail eines um Rat fragenden Bürgers lesen und auch korrekt beantworten oder sogar auch eine  Zeitung lesen und manchmal auch verstehen was in welchem Zusammenhang wie zum Beispiel Fachkräftemangel geschrieben wird und muss sich nicht nur mit dem Betrachten von Bildern zufrieden geben! Ich hoffe nie, wirklich niemals bei der Agentur für Arbeit als Bittsteller vorsprechen zu müssen, um mich arbeitssuchend oder im schlimmsten Falle arbeitslos zu melden.

 

Das Thema Arbeitsamt (so hieß der Laden früher) hat sich für mich hoffentlich dauerhaft erledigt. 


Am Mittwoch, dem 21. Februar, nachdem ich meine vorläufige Fahrerlaubnis im Landratsamt abgeholt hatte, kam meine Frau und mir der Einfall, die gesamten Befunde meines Lungenarztes anzufordern, um etwaigen unbeantworteten Fragen bei der bevorstehenden Begutachtung vorbereitet gegenüber zu stehen. Zu meiner grenzenlosen Verwunderung bin ich tatsächlich beim 1. Versuch dort anzurufen auch durchgekommen und es hat, was mich noch mehr erstaunt hat, wirklich jemand der Sprechstundenhilfen dort abgenommen. Ich war so perplex, dass ich erstmal gar nicht mehr wusste was ich überhaupt wollte, sodass ich kurz nachdenken musste um mein Anliegen vorzubringen. Freundlich fragte ich, ob es möglich wäre, meine kompletten Untersuchungsunterlagen, inklusive der Berichte aus den Schlaflaboren in Kopie zu bekommen. Ich bekam mitgeteilt, dass das kein Problem wäre und ich die Unterlagen zeitnah abholen könnte. So machte ich mich am Donnerstagmorgen mal wieder auf den Weg nach Ingolstadt, um meine Untersuchungsberichte abzuholen. Bei meinem Facharzt angekommen, lag tatsächlich ein großes Kuvert mit den für mich vorbereiteten Unterlagen bereit. Als ich diese ausgehändigt bekam, fragte ich einer spontanen Eingebung folgend, ob die Praxis mir auch bescheinigen könnte, dass ich Aufgrund meiner Schlafapnoe keine weiteren gesundheitlichen Probleme oder Krankheiten hätte, denn auch diese Frage wollte das Landratsamt ja explizit beantwortet haben. Leider verneinte die Dame der Sprechstunde die, und bergründete dieses mit dem Satz, Zitat : „… wir können ihnen ja nicht bescheinigen, was Sie nicht haben !“  Ääähm...jaaa...genau das will aber meine Sachbearbeiterin in der Fahrerlaubnisbehörde… Klingt auch komisch ? ist aber so. Auf meine Nachfrage, ob das Schlaflabor eventuell so etwas machen würde, verneinte die immer noch freundliche Dame und erklärte mir, dass die Auswertungen des Schlaflabors direkt zu ihnen, also dem Facharzt, gingen und das Schlaflabor ja nur im Auftrag des Facharztes handeln würde. Die Auswertungen des Schlaflabors würden sich ebenfalls in den mir kopierten Unterlagen befinden. Naja, zumindest hatte ich meine Befunde und konnte so gesehen zumindest einen Teilerfolg verbuchen. Beim verlassen der Facharztpraxis meinte die Sprechstundenhilfe dann noch, dass mein Hausarzt so eine Bescheinigung ausstellen könne, da dieser ja über meine eventuellen bisherigen Krankheiten und Behandlungen besser Bescheid wisse als der Facharzt. Ja, das macht wohl Sinn und ich begab mich wieder auf den Weg Richtung Heimat, nicht ohne vorher noch bei meinem Hausarzt in Vohburg vorbeizufahren und auch dort nach einer entsprechenden Bescheinigung zu fragen. Die erste Reaktion war dann Unverständnis der Arzthelferin, die erst einmal nicht verstand was ich denn überhaupt von ihr wollte.


Wieder einmal erklärte ich mein Dilemma mit dem Führerschein und der Begutachtung und erklärte der Arzthelferin, dass ich eben so eine Bescheinigung für das bevorstehende Gutachten nützlich sein könnte, aber zumindest nicht schaden kann. Diese Dame nahm sich dann ein wenig Zeit um meine Befunde der Facharztpraxis durchzusehen. So richtig wusste die damit auch nichts anzufangen und meinte, ich müsste da wohl beim Schlaflabor anfragen. Ich antwortete darauf, dass das Schlaflabor ja nur die vom Facharzt in Auftrag gegebene Untersuchung durchführte und dort keine Unterlagen oder Befunde aufbewahrt würden, da diese ja zu Facharzt gingen. Dann sollte ich dort doch mal nachfragen, worauf ich antwortete, dass ich das ja bereits eine Stunde vorher gemacht hätte und an den Hausarzt verwiesen wurde, da dieser meine gesamte Krankengeschichte ja eindeutig besser kenne als der Facharzt. Ratlos und ein wenig genervt sah sie mich dann an und sagte, falls der Arzt, der die Begutachtung durchführen würde, noch Fragen hätte, müsste er halt hier (Anm.: in der Hausarztpraxis) anrufen. Genau das wollte ich allerdings vermeiden, da das wieder ein paar Tage in Anspruch nehmen würde und ich, bezüglich der Vorlage des Gutachtens bei der Führerscheinstelle, ein wenig in Zeitnot wäre. Kurzum, ich bekam kein Attest, auf dem bescheinigt wurde, dass ich aufgrund meiner Schlafapnoe keine weiteren gesundheitlichen Probleme hatte. Also verließ ich unverrichteter Dinge meinen Hausarzt und überlegte, wie ich an ein solches Attest kommen würde, um im Fall der Fälle etwas beim Mediziner der Begutachtungsstelle vorweisen zu können. Mir kam dabei die Idee, mal wieder einen persönlichen Gesundheitscheck einschließlich eines großen Blutbildes beim Hausarzt durchführen zu lassen, was ich bis vor wenigen Jahren regelmäßig machen ließ. Ich fühlte mich eh schon, seit der Ärger am 8. Februar los ging, nicht mehr wirklich wohl, was zum einen daran gelegen hat, dass ich wegen ständigem Nachdenken nachts nicht schlafen konnte und auch daran, dass mir der ganze Ärger im wahrsten Sinn des Wortes auf den Magen geschlagen ist. Ich hatte zwar Hunger, aber keinen Appetit und so habe ich innerhalb von 14 Tagen satte 8 Kilogramm mehr oder weniger unfreiwillig abgenommen.  Irgendwie war ich beim Essen bereits nach wenigen Bissen satt und bekam davon schon Magenschmerzen. War für mich jetzt auch nicht verwunderlich, denn Kaffee konnte ich trinken und „ernährte“ mich quasi davon. Klar daß die Gesundheit und das Allgemeinbefinden da dann darunter leidet. Meine Frau vereinbarte deshalb am 26. Februar einen Termin bei meinem Hausarzt zum Checkup am Tag darauf.


Zur Blutabnahme heißt es bekanntlich „nüchtern“ erscheinen, also ohne Kaffee oder vorheriges Frühstück. Ein Morgen ohne Frühstück ist ja okay, ich frühstücke eh relativ selten, aber ohne Kaffee….ist für mich schon hart. Hilft nix, ab zum Doc und erstmal Blut abnehmen lassen. Bei meinem eintreffen in der Arztpraxis was wenig bis gar nichts los und so gestaltete sich die Blutabnahme als relativ zügig und problemlos. Ein Gespräch mit dem Hausarzt würde sich dann bei der Besprechung der Blutwerte ergeben, sofern irgendetwas nicht an den Werten nicht in Ordnung wäre. Ein Eintreffen der Untersuchungsergebnisse wurde mir für Donnerstag oder Freitag in Aussicht gestellt, wobei ich die Hoffnung hatte daß die Laborwerte schon am Donnerstag verfügbar wären da ich Freitags ja meinen ersten Arbeitstag bei meiner neuen Arbeitsstelle hatte. Tatsächlich war es dann so, daß ich während meiner nahezu täglichen Runde mit dem Fahrrad einen Anruf der Arzthelferin meines Hausarztes bekam und ich mich „dringend und umgehend“ bei diesem vorstellig werden sollte. Darauf antwortete ich, dass ich mit dem Fahrrad unterwegs wäre und bestimmt noch eine gute Stunde brauchen würde um erstmal heim zu radeln , mich noch umziehen um dann in die Praxis zu fahren. Die Dame am Telefon teilte mir mit, dass das in Ordung wäre und ich dann sofort vorbeikommen solle. Also in die Pedale gestrampelt, Heimatkurs gesetzt und nach Hause geradelt. Schnell geduscht und umgezogen fuhr ich dann mit dem Auto zu meinem Hausarzt. Auch diesesmal hatte ich so gesehen Glück, denn es war wieder nichts in der Praxis los und ich wurde direkt zum Arzt durchgeleitet. Ich bräuchte mich gar nicht hinzusetzen meinte dieser, ich bräuchte umgehend eine Infusion, da einige meiner Blutwerte völlig „im Keller“ wären. Ich sagte ihr, dass mich das irgendwo nicht wunderte, denn durch den ganzen Ärger mit der Führerscheinbehörde hatte ich ja die bereits oben beschriebenen Probleme mit der Nahrungsaufnahme. Daraus entwickelte sich ein Gespräch und ich erklärte, zwischendurch immer mal um meine Fassung ringend, den Grund dafür und erzählte in Kurzform die in meinen Augen haarsträubende Geschichte mit dem Landratsamt. Der Arzt war sichtlich erstaunt, daß ich damit immer noch nicht durch war, denn auch er hatte mir ja, als der ganze „Führerscheinzirkus“  losging, auch nochmals bescheinigt, dass ich keinerlei gesundheitliche Beeinträchtigungen im allgemeinen hätte. Mit dieser Bescheinigung konnte die Sachbearbeiterin im Landratsamt allerdings nicht anfangen, da ich diese Bescheinigung ja bereits vom BAD hatte auf der von dem damals untersuchenden Arzt die Geschichte mit meiner Schlafapnoe bestätigt wurde.Auch mein Hausarzt konnte diese, wenn auch kurze Zusammenfassung nicht glauben und sprach mir Mut zu, denn bis auf diverse, jedoch gravierende Mangelerscheinungen im Blut, die auf fehlende beziehungsweise falsche Ernährung zurückzuführen sind, wäre ich kerngesund. Genau das wollte ich vom Arzt ja bestätigt haben, aber das würde ja bereits im Befund des Lungenfacharztes stehen meinte der zu mir. Das musste ich leider verneinen, mir war keine entsprechende Textpassage im Befund des Lungenarztes aufgefallen. Doch meinte dieser, das stünde sehr wohl darin und widmete sich wieder anderen, wohl wichtigeren Dingen als meiner Bestätigung zu. Ich bekam dann eine entsprechende Infusion, die mich, oder besser gesagt meine Blutwerte wieder in normale Bahnen lenken würde. Ich solle dann am Montag und Mittwoch jeweils morgens nochmals vorbeikommen um mir zwei weiter Infusionen geben zu lassen. Das würde nicht funktionieren, da ich ja ab dem nächsten Tag, also Freitag einen neuen Job hätte und dort ja schlecht am zweiten Arbeitstag  schon später anfangen könne. Ich solle mal zusehen wie ich das hin bekomme meinte dann die Arzthelferin. Da brauch ich ehrlichgesagt gar nicht überlegen, das geht schlichtweg nicht. Lieber würde ich versuchen, wieder halbwegs normal zu essen, was mir zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht wirklich leicht gefallen ist.


Am Freitag dem 1. März trat ich dann auch morgens meinen neun Job an, ein Kollege zeigte mir die grundlegenden Sachen des Tankwagens, von dessen Technik ich aus meiner früheren Tätigkeit als Tankwagenfahrer noch so einiges wusste und kannte. Die Arbeit machte mir immer noch großen Spaß, auch wenn ich mich körperlich deutlich mehr bewegen und anstrengen musste als im vorherigen Job als Testfahrer der Fahrzeugerprobung. Der noch fehlende Nachweis der Berufskraftfahrerqualifikation schwirrte immer noch durch meinen Kopf und ich machte mir Sorgen, denn ab dem 6. März, also drei Arbeitstage nach dem Antritt meiner neuen Arbeit dürfte ich trotz meines befristeten Führerscheins nicht mehr fahren, was gleichbedeutend mit einem Rauswurf bei meinem Arbeitgeber enden würde. Auch am Freitag war dieser Nachweis in Form einer Karte im Scheckkartenformat noch nicht in der Post und ich machte mir deswegen schon Gedanken, was passieren würde wenn dieser Nachweis nicht rechtzeitig kommen würde. Wie erkläre ich das meinem neuen Chef ? kann ich als Beifahrer so lange „mitfahren“ oder schmeißt der mich gleich wieder raus ? 

Am Samstag, dem 2. März konnte ich zumindest diesbezüglich aufatmen…. Der Postbote brachte mir den heiß ersehntenBrief mit entsprechender Karte, zumindest meinen Qualifikationsnachweis hatte ich für die nächsten 5 Jahre schonmal sicher in der Tasche. Meine Frau und ich waren darüber äußerst erleichtert, eine Sorge weniger.    

Mittlerweile hatte ich meinen neuen Job in meiner „alten“ Firma als Heizöl und Dieselfahrer angetreten, was mir auf Anhieb wieder gefallen hat. Meine Fahrerqualifikationskarte hatte ich zum kopieren für die Firmenunterlagen vorgezeigt und so wurde die Zeit bis zum Gutachtertermin in Deggendorf recht kurzweilig. Die Arbeit lenkte mich zum Glück von dem ständigen Gedanken, was wäre, wenn das Gutachten negativ ausfallen würde, doch ziemlich ab. Trotzdem hatte ich das verständlicherweise ständig im Hinterkopf. Am Freitag nach der Arbeit, also Start ins Wochenende, machte sich ehrlichgesagt schon wieder so ein mulmiges Gefühl wegen Samstag und dem Gutachten in der Bauchgegend breit. Irgendwie konnte ich mich davon nur schwer ablenken, weder meine Frau, Fernsehen oder Internet brachte mich auf andere Gedanken, schlußendlich war ich von der ständigen Grüblerei dann so geschafft, dass ich erst vorm Fernseher einschlief und nach einem unbequemen Nickerchen dann ins Bett marschiert bin. Wider erwarten habe ich doch recht gut geschlafen aber der erste Gedanke nach dem aufwachen drehte sich natürlich wieder um das bevorstehende Gutachten. Ich hatte ja keine Ahnung, wie so etwas ablaufen würde, Urinprobe….Reaktionstest….Untersuchungen…. diverse Auswertungen…oder wie auch immer, ich hatte überhaupt keine Vorstellung, was mich erwarten würde. Um auf jeden Fall rechtzeitig dort zu sein, sind meine Frau und ich dann gegen 11 Uhr vormittags mit dem Auto bei strahlendem Sonnenschein Richtung Deggendorf aufgebrochen. Mein Termin war dann um 14:10 Uhr und so sollte eine rechtzeitige Ankunft selbst bei gemächlicher Fahrweise kein Problem sein. Wir entschieden uns für den Weg über Landshut, weil wir uns zum einen dort weniger Verkehr erhofften und zum anderen auf dem Heimweg über Regensburg fahren wollten, um unserer buckligen Verwandtschaft dort noch einen Besuch abzustatten. Die Fahrt verlief so gesehen problemlos und wir hatten auch noch Zeit für eine Rast, um in Pilsting auf dem Autohof noch eine Rast einzulegen. Bei meinem vorherigen Job kam ich dort des Öfteren vorbei, denn dort direkt neben dem Autohof befand sich eine Werkstatt, die ich oftmals zu diversen Terminen auf Anweisung unseres damaligen Auftraggebers anfahren musste. Von eben diesem Autohof hatte ich noch, durch die häufige Wartezeit durch die benachbarte Werkstatt, einen ganzen Haufen von Wertmarken, die wir dann zur Zahlung unserer Bockwurst benutzen konnten. Wir konnten tatsächlich durch das schöne Wetter draußen sitzen und unterhielten uns über meine bevorstehende Begutachtung und ob ich diese positiv abschließen würde.


Meine Frau meinte, ich würde mir da zu viele Gedanken machen und sie in dieser Sache keine Probleme sehen würde. Trotzdem machte ich mir da so meine Gedanken. Mittlerweile dachte ich in dieser verfluchtem Führerscheinangelegenheit schon mehrmals, dass jetzt alles passen würde, und bin dann jedes Mal umgangssprachlich „auf die Fresse geflogen“. Dieses mulmige Gefühl hatte ich immer noch, konnte aber nicht sagen, ob das von der bevorstehenden Begutachtung oder der gerade verzehrten lauwarmen Bockwurst stammte. Wir setzten unsere Fahrt nach Deggendorf fort und fanden die angegebene Adresse ohne Probleme, auch einen Parkplatz in unmittelbarer Nähe zur Begutachtungsstelle war schnell gefunden. Wir waren dann doch fast eine Stunde zu früh, aber lieber eine Stunde zu früh, als 5 Minuten zu spät. Auf dem Weg vom Auto zur Begutachtungsstelle kam ich mir ein wenig vor, als würde ich zu meiner eigenen Hinrichtung gehen, schließlich hing von diesem Gutachten nicht nur mein weiteres zukünftiges berufliches Leben ab, eine negative Begutachtung würde auch privat und finanziell immense Einschnitte mit sich bringen. Wir traten zusammen in das Gebäude und begaben uns in das Büro um uns anzumelden. Eine freundliche Mitarbeiterin bat uns, kurz zu warten und nach ca. 5 Minuten konnte ich dann mein Anliegen vorbringen. Ich wurde gebeten einen Fragebogen zu meiner Person und meiner Krankheitsgeschichte sowie Medikamenteneinnahme und Drogenkonsum auszufüllen. Medizinisch hatte ich zum Glück noch keine relevanten Operationen, die Meniskusoperation letztes Jahr spielte dabei keine Rolle und Alkohol- oder Drogenkonsum ist bei mir eh kein Thema, da ich ja quasi keinen Alkohol trinke oder Drogen konsumiere. Ab und zu mal eine Ibuprofen gegen eventuelle Kopfschmerzen ist bei mir das stärkste, was ich zu mir nehme. Das Ausfüllen des Fragebogens ging dementsprechend zügig und nach Abgabe des selbigen warteten wir auf meine Begutachtung. Die Ärztin, die diese Begutachtung durchführen würde, bat mich dann nach einer kurzen Wartezeit von nichtmal 10 Minuten ins Sprechzimmer, während meine Frau im Wartezimmer bleiben musste. So, jetzt war es dann mal soweit. Die Ärztin befragte mich zu diversen persönlichen Angaben, um dann recht schnell auf den Grund meiner Anwesenheit zu kommen und fragte, warum ich denn bis nach Deggendorf gefahren sei um diese Begutachtung machen zu lassen. Ich versuchte mich dabei möglichst kurz zu fassen und erklärte ihr, daß ich es mit der Begutachtung wegen meiner befristeten Fahrerlaubnis eben ein wenig eilig wäre und tatsächlich hier in Deggendorf der einzige zeitnahe Termin gewesen wäre und ich bei dieser Begutachtungsstelle auch als einzige der 34 anderen Begutachtungsstellen das Gefühl hatte, dass man mir helfen wollte.

 

Das ist nicht gelogen oder beschönigt, hier hatte ich tatsächlich den Eindruck, dass ich als Mensch behandelt werde. Bei anderen Stellen zur BfF (Begutachtungsstelle für Fahreignung, oder so ähnlich) wurde ich bestenfalls freundlich, oft barsch oder herablassend „abgefertigt“ Ist schon blöd wenn man auf solche Institutionen angewiesen ist und diese das einen auch wirklich spüren lassen. Klar, die Begutachtungsstellen sind nicht auf mich angewiesen, es gibt ja genügend Kandidaten die ebenfalls zur Begutachtung müssen, und das haben mich so ziemlich alle anderen auch spüren lassen.


Bei meiner Krankheitsgeschichte fing ich dann ganz vorne an, als mir bewusst wurde, dass es nicht normal ist nach 15 Minuten Fahrt mit dem Lkw bereits schon wieder extrem Müde zu sein und ich das schon längere Zeit an mir selbst beobachten konnte. Meinen selbstgewählten Weg über den Lungenfacharzt zum Schlaflabor bis hin zur Fahrerlaubisverlängerung beschrieb ich mit den notwendigen Angaben. Nachdem die Ärztin meine letzten aktuellen Befunde durchgesehen hatte, meinte sie, meine Frau würde ja einiges mit mir mitmachen, was sich allerdings aufs schnarchen bezog, denn ich schnarche mit bis zu 100 Dezibel, was mit einem vorbeifahrenden Lkw (95db) oder einem Presslufthammer (100db) vergleichbar wäre. Ich erklärte unsere häusliche Situation dazu und beantwortete wahrheitsgemäß und mit reinem Gewissen die von ihr gestellten Fragen. Ich habe dann auch ausdrücklich darauf hingewiesen das es mit dem Gutachten etwas eilig wäre weil ich dieses ja bis zum 22. April in der Fahrerlaubnisbehörde meines Landkreises vorlegen musste. Zum Abschluss checkte die begutachtende Ärztin noch meine Vitalwerte und ich gab zu bedenken, dass ich momentan ziemlich aufgeregt sei, da von ihrer Einschätzung ja mehr oder weniger mein weiterer Lebensweg abhängen würde.

Da wir ja viel zu früh zum Termin bereits dort waren, und ich nach ungefähr 15 Minuten bereits fertig mit der Begutachtung war, meinte die Ärztin, ich solle in einer Stunde nochmal wiederkommen, sie habe, weil wir ja zu früh dran waren, zeitlich etwas Luft und würde das Gutachten jetzt schreiben und ich könne es dann nachher gleich mitnehmen !! Das nenne ich mal schnell und entgegenkommend von ihr. Meine Frau und ich konnte das erstmal nicht fassen, daß sowas auch „in schnell“ gehen kann und uns diese nette Ärztin tatsächlich das Gutachten direkt schreiben würde und wir das auch noch gleich mitnehmen konnten.  Ich war ehrlichgesagt völlig durch den Wind als wir nicht allzu weit weg einen Mc Donalds fanden und uns dort zur Beruhigung ein Eis in der Sonne gönnten. Eine knappe Stunde später machten meine Frau und ich uns wieder auf den Weg zur Begutachtungsstelle und tatsächlich kam die nette Dame vom Empfang gerade mit meinem, soeben gedruckten Gutachten auf mich zu und überreichte mir lächelnd das Kuvert. Auf meine Frage hin, ob meine Frau und ich uns das gleich mal durchlesen dürften, meinte sie das wäre kein Problem, wenn wir Fragen bezüglich des Gutachtens hätten, könnten wir sie direkt darauf ansprechen. Ich habe bisher noch kein persönliches Gutachten gelesen und war überrascht, daß mir die Ärztin tatsächlich auch zugehört hatte und nicht wie meine anderen bisherigen Ansprechpartner nur ihre eigene Interpretation in das Gutachten hineingeschrieben hat. Respekt dafür! Immer noch fassungslos, dieses mal allerdings erfreut fassungslos, verließen wir dies Begutachtungsstelle in Deggendorf und machten uns auf in Richtung unserer Verwandschaft in Regensburg.

Am Donnerstag den 28 März rief ich dann schließlich, während ich mit meinem Kollegen unterwegs zur Raffinerie war, in der Fahrerlaubnisbehörde des Landratsamtes an um den Stand der Dinge bezüglich meiner Fahrerlaubnis zu erfragen da das Landratsamt eine Woche zuvor eine Systemumstellung des Computersystems hatte, kam ich unter der Telefonnummer, mit der ich sonst mit meiner Sachbearbeiterin telefonierte, nicht mehr weiter eine Computerstimme am Telefon sagte mir ständig bitte geben Sie die gewünschte Nebenstelle ein. Bei einer Telefonnummer die mit "00" endet ist eine gewünschte Nebenstelle Glücksache, ich habe keine Ahnung welche "Nebenstelle" ich wählen sollte denn auch im Internet konnte ich nichts über entsprechende Nebenstellen recherchieren. So musste meine Frau mir wieder mal helfen, und übermittelte mir eine entsprechende Telefonnummer der Fahrerlaubnisbehörde die ich auch dann prompt anrief und mich nach meinem erkundigte. Ich hatte zwar nicht meine Sachbearbeiterin am Telefon, die Kollegin konnte mir jedoch zumindest mal Auskunft geben dass ein Brief mit den im Gutachten vermerkten Auflagen an mich unterwegs sei. Da ich aufgrund der Vorahnung schon morgens nicht wirklich gute Laune hatte sagte ich ziemlich wirsch dass mich die Auflagen relativ wenig interessieren, die wusste ich ja schon, ich wollte wissen ob ich denn jetzt endlich meinen dringend benötigten Führerschein wieder bekommen würde. Wieder bekam ich die Antwort dass der Brief bereits unterwegs sei. Auf meine nochmalige  Nachfrage, ob der Führerschein jetzt endlich zu mir unterwegs wäre, hörte ich dann die zwar nicht freundliche aber dennoch beruhigende Nachricht dass in diesem Brief auch mein neuer, verlängerter Führerschein wäre, ich mich aber an die Auflagen halten müsse, die in dem Anschreiben des Landratsamtes gefordert werden. Der Brief mit den Auflagen und meinem kostbaren Führerschein wäre bereits in der Post und würde mich Samstag oder nach Ostern am Dienstag erreichen. Ich bin gespannt, welche Auflagen das Landratsamt in das Gutachten hinein interpretiert bzw aus dem Gutachten herausgelesen hat, wenn sich das nicht mit dem Gutachten deckt, wird der Rechtsanwalt wieder mal tätig werden müssen. Mit dem Rechtsanwalt hatte ich am Freitag zuvor, dem 22 März telefoniert, er erkundigte sich nach dem Stand der Dinge und ich solle ihm mitteilen wenn es Neues vom Landratsamt zu vermelden gibt. Das werde ich sobald meine Fahrerlaubnis und der Brief des Landratsamtes bei mir eingetroffen ist natürlich auch tun und ich denke der Rechtsanwalt wird mir dann mitteilen ob das so vom Landratsamt in Ordnung ist oder nicht. Irgendwie bin ich jetzt schon sehr erleichtert zu wissen, dass ich meinen Führerschein verlängert bekomme, aber irgendwo bleibt ein fades dumpfes Gefühl dass da noch irgendetwas hinterher kommt. Ich habe momentan also direkt nach dem Gespräch mit der Dame vom Landratsamt am Donnerstag, irgendwie das Gefühl dass das noch nicht alles gewesen ist. Mein Gefühl sagt mir dass das noch nicht alles ausgestanden ist.

Am Mittwoch, dem 3.April war es dann tatsächlich soweit, meine Frau hat mich angerufen und meinte, ein gelbes Einwurfeinschreiben wäre in meinem Briefkasten und ob sie den öffnen dürfe. Ich war zum Zeitpunkt ihres Anrufs bereits auf dem Nachhauseweg von meiner Arbeit und ich bat sie damit zu warten bis ich daheim bin. Irgendwie konnte ich gar nicht realisieren dass da eventuell mein lang ersehnter, teuer bezahlter und heiß erkämpfter Führerschein drinstecken würde. Ich betrat bei meiner Heimkunft also das Haus und ging umgehend zu meiner Frau die mir bereits diesen gelben Brief, der meistens nichts Gutes enthält, entgegen hielt. Eine Weile betrachtete ich den Umschlag und tastete vorsichtig ob ich einen Gegenstand im Scheckkartenformat ertasten konnte....und... tatsächlich war da was, ich atmete tief durch schnappte mir ein Küchenmesser und öffnete das Kuvert. Ein paar Blätter Papier zog ich aus dem Umschlag und habe sofort gemerkt dass auf der letzten Seite ein Scheckkartenähnlicher Gegenstand aufgeklebt war. Weniger interessiert an dem ganzen Text der vorherigen Seiten hielt ich nun meine verlängerte Fahrerlaubnis in den Händen !!!! Irgendwie war mir komisch dabei, das Gefühl endlich wieder einen ordentlichen Führerschein zu haben, mit dem ich die nächsten fünf Jahre hoffentlich unbehelligt meiner Arbeit nachgehen kann. Natürlich las ich mir auch die restlichen Papiere dazu durch, unter anderem auch welche Auflagen ich zu erfüllen hätte, um meine Fahrerlaubnis auch weiterhin behalten zu dürfen. Ein Verstoß der Auflagen würde einen Einzug der Fahrerlaubnis bedeuten, also Jobverlust und damit wohl auch Arbeitslosigkeit. Prinzipiell sehe ich kein Problem darin, die geforderten Auflagen zu erfüllen, denn in Zukunft werde ich mich Anfang des Jahres regelmäßig einer Kontrolluntersuchung meiner Schlafapnoe, so wie es unter den Auflagen des Landratsamtes steht, zu unterziehen. Ob das dann jedoch so problemlos anerkannt wird... ganz ehrlich.... ich befürchte schon wieder das schlimmste.


Ich musste erstmal eine Weile durchatmen und konnte erst mal nicht realisieren dass dieser ganze Spuk, der mehr oder weniger Anfang Oktober mit der medizinischen Untersuchung beim Betriebsärztlichen Dienst anfing, nun endlich(!) zu Ende ist. Natürlich freute ich mich über meinen neuen Führerschein, eine Erleichterung darüber konnte ich jedoch zu meiner Verwunderung allerdings kaum feststellen. Erleichtert war ich in erster Linie darüber, die Fahrerlaubnis meinem neuen Arbeitgeber vorlegen zu können um weiterhin meinen neuen Job machen zu dürfen. Im "Hinterkopf" hatte ich jedoch schon wieder die jährliche Kontrolluntersuchung und deren Ergebnis bzw Anerkennung des Landratsamtes, was meine Freude schon wirklich schmälerte.
Wie dem auch sei für das nächste Dreivierteljahr bin ich mal "save", was mich natürlich erstmal sehr beruhigt. In ein paar Monaten, sieht die Sache hoffentlich ein wenig anders und vor allen Dingen auch besser und unkomplizierter für mich aus. Ein großes Kapitel ist somit für mich jetzt abgeschlossen. Ein Resümee bzw eine Zusammenfassung erfolgt im Anschluss

Resümee :

Schuld, Verantwortung, Bürokratie, Arroganz, Hilfe 

 

Schuld bin ich so gesehen in erster Linie mal selber. Da ich halt ein ehrlicher Mensch bin habe ich die Fragen beim betriebsärztlichen Dienst nach meinem besten Wissen und Gewissen ausgefüllt. Hätte ich gewusst was ich damit los trete, hätte ich unwahre Angaben gemacht. Mittlerweile, nach vielen Gesprächen mit Kollegen, Ärzten und Behörden ist mir klar geworden dass man nach unseren Gesetzen und Rechtssystem für seine Ehrlichkeit bestraft wird, wenn die Angaben ehrlich gemacht werden. Ganz offensichtlich ist es so, dass man bei bestimmten Angaben bzw in bestimmten Situationen Behörden und Ämtern gegenüber quasi gezwungen ist die Unwahrheit anzugeben, um großen Ärger und hohe Kosten zu vermeiden. Vor allen Dingen auch deswegen, um seine eigenen Nerven (natürlich auch die seiner Angehörigen) zu schonen.
Bleibt zu sagen, dass man Schlafapnoe, Herzinfarkte, Diabetes oder sonstige Erkrankungen einfach nicht angibt um keine endlose Rennerei zu den Behörden loszutreten. In diesen Fällen ist es besser, auf gut deutsch "einfach mal die Fresse" zu halten und hoffen dass nichts im Verkehr passiert. Die deutschen Gesetze und Anforderungen durch die Behörden lassen einem meines Erachtens keine andere Wahl als zu lügen.

 

 

Meine Sachbearbeiterin im Landratsamt :

 

... offensichtlich noch sehr jung, keinerlei Lebenserfahrung, fehlendes Einschätzungsvermögen, sich selber keinen Ermessungsspielraum eingestehend, meines Erachtens nach unwissend in der Handhabung solcher Fälle. Hätten wir meine Sachbearbeiterin bereits Mitte November mitgeteilt, dass ich als Schlafapnoiker ab einem bestimmten Punkt ein Gutachten zwingend benötigen würde, hätten wir uns gut zwei Monate Zeit und eine Unmenge an Nerven und Unsicherheiten schenken können. Für mich persönlich sieht es so aus, dass die Dame im Landratsamt noch keinen derartigen Fall bearbeitet hat und streng nach Vorschrift Punkt für Punkt in ihrer, nennen wir es mal Liste, abgearbeitet hat. Hätte ich bereits im November gewusst dass ich ein Gutachten benötige wäre eine normale Terminvereinbarung bei einer Begutachtungsstelle in der Nähe, z.B Ingolstadt, überhaupt kein Problem gewesen. Äußerst interessant fand ich auch die Bemerkung, mit dem vorläufigen Führerschein, der mir vom ihr im November in Aussicht gestellt wurde und von dem sie im Februar nichts mehr wusste und so etwas mir gegenüber nie erwähnt hätte. Leider kann ich das Gegenteil nicht beweisen da ich die Gespräche wieder aufgezeichnet noch schriftlich festgehalten habe. Hätte hätte Fahradkette....

Ich persönlich bin jedoch der festen Überzeugung dass man sich stets "zweimal im Leben sieht" ... und, meine Liebe Sachbearbeiterin, auf diesen Tag freue ich mich schon heute !!

 

 

 

Dann wäre da mein langjähriger Lungenfacharzt

 

.... der per E-Mail gar nicht und per Telefon nur äußerst schwer und selten zu erreichen ist. Ich habe die Sprechstundenhilfe regelrecht angebettelt mir zeitnah einen Termin für die Untersuchungen zu geben da ich eben die Untersuchungsberichte für meine Fahrerlaubnis benötigte und davon auch meine gesamte Zukunft von abhängig wäre. Ich bin seit über 20 Jahren Patient in dieser Praxis und mir wurde im November mitgeteilt dass leider erst Ende Januar des nächsten Jahres einen Termin frei wäre. Erklärungen warum wieso weshalb ich unbedingt diese Untersuchungen bräuchte, verhallten ohne Reaktion. Wiederum schlecht für mich, mit der Konsequenz dass ich dort wohl nicht mehr hingehen werde. Mir ist wohl bewusst, das Facharzttermine sehr schwer zu bekommen sind, erstaunlicherweise Privatpatienten aber relativ kurzfristig immer einen Termin bekommen da wäre es durchaus im Bereich des Möglichen gewesen, mich da irgendwo für eine Untersuchung noch kurz rein zu schieben. Die im vom Landratsamt geforderten Antworten blieben ebenso unbeantwortet, lediglich ein Facharztbrief sollte mir genügen. Zitat des Lungenfacharztes aus meinem Gedächtnis: "Die  (Anm.: das  Landratsamt) sollen sich nicht so anstellen..." Zitat Ende. Auch die Beantwortung der gestellten Fragen der Sachbearbeiterin der Führerscheinstelle in "verständlichen Worten für Nichtmediziner" zu formulieren wurden nicht entsprochen, was wiederum zu viel unnötiger Lauferei, Zeitverlust und Unannehmlichkeiten meinerseits führte. Die Aussage des Facharztes, Zitat: " ich bin kein Sachbearbeiter, ich bin Arzt" passt insofern hervorragend zu der Aussage meiner Sachbearbeiterin Zitat: " ich bin kein Mediziner" .... toll... wie meinen die beiden denn, soll ich denn da noch reagieren bitte ????

 

 

Dann wäre noch mein Hausarzt

 

...nachdem ich ungefähr 35 Jahre Patient in der Praxis bin, hätte ich mir schon ein wenig mehr Entgegenkommen gewünscht. Gerade in dem Punkt, mir eine Bescheinigung auszustellen dass ich aufgrund meiner Schlafapnoe keinerlei weitere körperlichen Einschränkungen habe, wollte er bzw die Arzthelferin mir nicht weiterhelfen und verwiesen mich an das Schlaflabor, die mich wiederum an den Lungenfacharzt verwiesen und dieser mich zum Hausarzt schickte, irgendwie fühlte sich da überhaupt keiner zuständig und da mein Hausarzt mich ja nun lange genug kennt und auch meine gesundheitlichen Probleme dokumentiert in der Akte hatte, stellte mir dieser keine entsprechende Bescheinigung aus... Zitat: " wir können Ihnen nicht bescheinigen was sie nicht haben" Ja mein lieber Hausarzt, genau das wollte aber meine Sachbearbeiterin in der Führerscheinstelle.... da könnt ihr euch jetzt gegenseitig den "schwarzen Peter" zuschieben ! Ich werde definitiv nicht mehr zu Euch in die Praxis kommen.

 

 

Die Begutachtungsstellen für Fahreignung und deren Terminvergabe

 

...ist für einen Normalbürger schon eine Frechheit! Wenn dieser Normalbürger auch noch Zeitnot hat, ist ein auslachen am Telefon ehrlich gesagt nicht wirklich lustig! Die Handhabung einer Terminvergabe ist, wenn ich mal so sagen darf, unter aller Sau, eine Frechheit ! Erst die Begutachtungsstelle bei der Führerscheinstelle melden, die schickt die Führerscheinakte an die Begutachtungsstelle, und die schickt erstmal eine Rechnung, in meinem Fall 799 € und 68 Cent. Erst nach Zahlungseingang den Begutachtungstermin zu erfahren ist schon ziemlich dreist, bezahlt hat man ja schon.... und dann bekommt man mitgeteilt dass man erst in sechs bis acht Wochen einen Termin bekommen kann. Für denjenigen, der aber schnellstmöglich auf einen Termin angewiesen ist, ist es unmöglich entsprechend zu reagieren oder gar eine andere Begutachtungsstelle auszuwählen.... denn auch dort muss erstmal die Führerscheinakte ankommen und natürlich auch vor der Terminverkündung bezahlt werden. Ob das jetzt Willkür der Begutachtungsstellen ist oder ob das vom Gesetzgeber so gewollt ist kann ich nicht beurteilen. Ich persönlich empfinde diese Art und Weise der Terminvergabe einfach nur pervers.

 

 

DANKE an folgende Personen : 

Ich bin in der ganzen Führerscheinverlängerungsangelegenheit einigen Personen zu großem Dank verpflichtet.

 

 

An allererster Stelle steht mal meine Frau, die mich seelisch, moralisch, geistig und auch in jeglicher anderer Form in teilweise übermenschlicher Weise unterstützt hat und ihre eigenen Interessen deswegen oftmals zurückstellen musste. Auch möchte ich mich für meine launischen Verhaltensweisen sowie meine schlechte Laune im besonderen während dieser Zeit entschuldigen, wohlwissend, dass diese Zeit auch für meine Frau nicht leicht war und sie sehr unter meiner damaligen Stimmung gelitten hat. An meine Frau: Ich habe das sehr wohl gemerkt konnte das aber leider nicht ändern, ich bitte nochmal aufrichtig um Entschuldigung dafür!  DANKE !

 

 

Ein ganz grosses und herzliches Dankeschön geht an die Belegschaft der Begutachtungsstelle in Deggendorf, die mir tatsächlich als einzige der vielen Personen, mit denen ich telefonisch bei den Begutachtungsstellen gesprochen habe, einen konkreten Termin in Aussicht stellen konnten und die mir offensichtlich auch wirklich weiterhelfen wollte. Auch an diese Damen ein aufrichtiges, ehrliches DANKE !

 


Ebenfalls ein ganz großes Dankeschön bekommt die Ärztin, die mich bei der Begutachtung untersucht hat. Das Gutachten wurde von ihr in der Tat unglaublich schnell und unkompliziert mit den erforderlichen Angaben in verständlicher Sprache formuliert, so, dass auch meine Sachbearbeiterin in der Führerscheinstelle das offensichtlich verstanden hat. Auch dafür ein ganz herzliches DANKE !

 

 


Dankesworte gehen auch an meine Freunde und Bekannten, die ebenfalls meine teilweise fürchterliche Laune ertragen mussten. Neben meiner schlechten Laune habe ich vor allem diese Personen ständig mit dieser saublöden Führerscheingeschichte ziemlich sicher ganz schön genervt, dafür entschuldige ich mich und möchte mich gleichzeitig bei diesen bedanken, dass ich mich bei Euch entsprechend verbal auskotzen konnte und nicht ständig meine Frau damit zutexten musste. DANKE !!!

 

 


 Zum Schluß natürlich auch meine ehemaligen und auch jetzigen Kollegen, die sich ständig die Geschichte mit ihren Fortsetzungen und Neuigkeiten anhören mussten. Ihr habt mit Sicherheit das ein oder andere mal gedacht dass ich nicht mehr ganz rund laufe, damit seid ihr gar nicht mal so verkehrt gelegen. Ich hoffe, dass ich jetzt zu alter Form und zu meinem alten Leben so wie meine vorheriger Arbeitsweise zurück finde An Euch auch ein dickes DANKE !

 

 

 

 

vorläufiges

E N D E ! ! ! !

Aktuelles

Endlich wieder Urlaub !!!

 

Schweden 2024

 

Zusammen mit Michaela und Marcus, unserer "buckligen Verwandschaft", damit gemeint sind unsere Schwägerin und Schwager, gehts nach Schweden. Midsommar und Norwegen stehen diesen Urlaub auf dem Programm. Bei dem geplanten mehrtägigem Trip nach Norwegen wird uns auch unser schwedischer Freund Sigge mit seiner Carina begleiten.

 

 

 

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© Dirk Brass