Montag, 20.Mai 2013 Svanskog - Ånäset (ca 950 km )

Am Montag hieß es dann um drei Uhr aufstehen, Kaffeekochen, Thermoskanne befüllen und die Brotzeit aus dem Kühlschrank holen. Ein kurzes Frühstück mit Rührei und Schinken wurde von Katja und mir mit einer großen Tasse Kaffee, bei Junior mit einem mittelgroßen Eimer Kakao, runtergespült und nachdem wir abgespült hatten ging es dann um kurz vor vier auch endlich los. Es hatte in der Nacht noch etwas geregnet und ich musste erstmal die Windschutzscheibe von den tausenden Fliegenleichen befreien, die sich während der letzten 1600 Kilometer dort gesammelt hatten. Durch den nächtlichen Regen war der „Fliegenfriedhof“ allerdings schön aufgeweicht und ließ sich ohne Probleme entfernen. Das Wetter sah an diesem Morgen nicht sonderlich vielversprechend aus, stark bewölkt mit zeitweiligem Regen und stellenweise Nebel. Alles nicht so schlimm, der Verkehr war faktisch nicht vorhanden und so kamen wir trotz schlechtem Wetter recht gut voran. Die erste Pause machten wir schon ungefähr 30 Kilometer vor Karlstad, um den Hybriden aufzutanken und unsere Blasen vom Kaffee bzw vom Kakao zu befreien.

Weiter ging es dann auf der E45 nach Karlstad, wo wir auf den „Riksväg“ 63 ( RV 63 ) abbogen und über Filipstad nach Kopparberg ( dort gibts übrigens ne Brauerei mit deutschen Braumeister ), dort auf den RV 60 Richtung Borlänge, nach Falun und dort auf den RV 80, der mittlerweile die E16 ist, Richtung Gävle. Irgendwo dort fanden wir einen Parkplatz mit Toilette, und wir entschlossen und dort erstmal Pause zu machen.Nachdem wir uns mit Kaffee und Käse - bzw Wurstbroten und ner 5 Minuten Terrine gestärkt hatten, ging es weiter Richtung Gävle.

 

Dort ging es dann auf die E4 wieder direkt auf Nordkurs. Ich selber war schon erstaunt wie gut die E4 mittlerweile ausgebaut ist, viel wechselseitig zweispurig oder zur autobahnähnlichen Kraftfahrtstrasse, was einem zügigem Vorankommen natürlich zugute kam. Erleichternd war auch die Tatsache, daß ein Schwede mit seinem Renault Megane recht flott vor uns her gefahren ist und der wusste wo diverse Gefahrenstellen ( Blitzer ) stehen.

 

  Er hat sehr wohl mitbekommen, daß wir da hinter ihm fleissig mitgehalten haben und so wartete er schon mal auf uns wenn wir das überholen eines Lkw`s nicht mehr schafften... feiner Zug von ihm. Einmal durch ihn und durch die Tatasache, dass immer noch wenig Verkehr herrschte kamen wir außerordentlich gut voran und so vermeldete die Tankanzeige kurz vor Hudiksvall : NACHTANKEN BITTE!  So verabschiedeten wir uns von unserem „Leithammel“ mit kurzer Lichthupe die er mit kurzer Warnblinker erwiderte und fuhren am Rastplatz „Gamla Hudik“ zum Tanken raus.  

Nachdem der Tank voll und die Blasen der Reisenden mal wieder geleert waren, ging es weiter.

 Da wir weitaus besser vorankamen als wir dachten, mein Kumpel Hardy, der die Woche davor erst mit dem Lkw dort langgefahren ist hatte mich gewarnt, in Sundsvall könnte es aufgrund der nicht unbeträchtlichen Bauarbeiten „zwicken“,hatten wir, wider erwarten keinen Stau, lediglich ein Feuerwehreinsatz wegen eines qualmenden Lkw bremste unseren Vorwärtsdrang ein wenig, wenn auch nicht lange. 

Gegen elf Uhr vormittags war dann die nächste Pause angesagt, die legten wir dann zwischen Timra und Härnösand ein.

 

Der Regen hatte inzwischen aufgehört und die Wolken rissen langsam auf, so daß auch die Sonne hin und wieder durchkam. Ein etwas stärkerer Wind brachte das Vorhaben, Wasser auf dem Gaskocher zu erhitzen, fast zum scheitern... aber mir ein wenig Windschutz in Form der Fressalientasche klappte auch das und einem frischen Nescafe und der ersten Pfeife an diesem Tag stand nichts mehr im Wege.

 

 

 

 

Die letzten ca 300 Kilometer ging es bei immer schönerem Wetter vorbei an Kramfors über die „Höga Kust Bron“, und Örnsköldvik dann endlich zu unserem ersten Ferienhaus auf dem Trip, nach Ånäset, das ca 70 Kilometer hinter Umeå liegt. Unsere Hütte befindet sich dort auf dem Campingplatz „Lufta Camping“, dessen Check-In erst ab 17 Uhr besetzt ist.

 

Wir waren also glatt eine Stunde vor der offiziellen Anreisezeit und glatte drei Stunden vor meiner errechneten Ankunft bereits am Etappenziel angekommen... :-)  Die eine Stunde Zeit die uns blieb, nutzten wir um nochmals zu tanken und uns ein wenig in der Ortschaft Ånäset umzusehen... wobei es dabei nicht allzuviel gab.

Zurück auf dem Campingplatz baute ich mir noch ein kleines Pfeifchen, während Junior den Spielplatz und Katja den Rest der Örtlichkeit erkundigte. Insgesamt machte alles einen...sagen wir brauchbaren Eindruck, auch die Hütte selber würde für eine Nacht genügen. Mini-Bad mit Toilette und Dusche und einem Etagen- und zwei Klappbetten sowie Kochgelegenheit ließen es allerdings nicht wirklich zu, daß so etwas wie Gemütlichkeit aufkam, allerdings ist das schon erstaunlich, was in so einer kleinen Hütte an Einbauten alles Platz findet.

Was solls, das Klo im Haus, die Dusche auch, sauber war es auch halbwegs und geschlafen haben wir auch recht gut... Alles im grünen Bereich also :-) 

 

... so endete die dritte Etappe...

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© Dirk Brass